https://www.faz.net/-gwz-7nuxx

Ebola : Im Zweifel tödlich

  • -Aktualisiert am

Bislang immer in Afrika: Zwei Dutzend Mal schlug die Seuche in den vergangenen Jahrzehnten zu Bild: AP

Allein der Name verbreitet Angst und Schrecken. Entwickelt die Pharmaindustrie etwas gegen Ebola? Und wie groß ist die Gefahr der Einschleppung nach Deutschland? Informationen rund um den Virus.

          In Westafrika geht wieder einmal die Angst um. Guinea meldet inzwischen 111 Fälle, 70 Erkrankte seien bereits gestorben. Auch aus den Nachbarländern Sierra Leone und Liberia wurden Verdachtsfälle gemeldet. Allerdings lässt sich das von Ebola verursachte hämorrhagische Fieber wegen der zu Beginn unspezifischen Symptome schwer von anderen Krankheiten unterscheiden. Eine sichere Diagnose gelingt nur mit Hilfe genetischer Tests, die bisher nur 15 Fälle bestätigten.

          Bei einer Reihe vermeintlicher Ebola-Patienten konnte dagegen Entwarnung gegeben werden, darunter auch bei einem Kanadier, der nach der Rückkehr aus Guinea fiebrig erkrankt war. Anfangs beschränkten sich die Meldungen auf den ländlichen Raum. Inzwischen gibt es aber erste bestätigte Fälle in der Hauptstadt Conakry: Der Gesundheitsminister Guineas sprach am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg von einem Toten und acht Kranken, darunter vier Männer, die sich offenbar auf dem Land bei der Beerdigung ihres Bruders mit dem Virus infiziert hatten.

          Die Ansteckung erfolgt durch Schmierinfektionen

          „Der häufig enge Kontakt zwischen Angehörigen und Verstorbenen ist ein wichtiger Infektionsweg“, bestätigt der Virologe Stephan Becker von der Universität Marburg. Die Ansteckung erfolgt durch Schmierinfektionen bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Über verletzte Haut oder Schleimhäute dringt der Erreger in den neuen Wirt ein. Durch Tröpfcheninfektionen auf dem Luftweg, wie etwa bei der Grippe, wird Ebola dagegen praktisch nie übertragen. Aus diesem Grund lassen sich Ebola und das nahe verwandte Marburg-Virus durch Hygienemaßnahmen sehr gut eindämmen.

          Wer sich trotzdem mit dem fadenförmigen RNA-Virus infiziert, hat düstere Aussichten: Eine Infektion beginnt mit plötzlich auftretendem hohem Fieber, Gliederschmerzen und Übelkeit. Bald darauf verursacht das sich im gesamten Körper schnell vermehrende Virus Blutungen der Schleimhäute und der inneren Organe. Je nachdem, um welchen der vier bekannten infektiösen Untertypen des Virus es sich handelt, liegt die Sterblichkeit zwischen fünfzig und neunzig Prozent. Letzteres trifft für die nun offenbar in Guinea auftretende Zaire-Variante zu.

          Wer überlebt, verdankt dies den eigenen Abwehrkräften

          Behandeln lässt sich Ebola bisher nur symptomatisch. Wer es überlebt, verdankt dies vor allem den eigenen Abwehrkräften. Die verleihen dem Betreffenden dann allerdings bleibenden Schutz gegen den jeweiligen Virusstamm. Das Immunsystem, dessen überschießende Reaktion gleichzeitig für die lebensgefährlichen Symptome mitverantwortlich ist, kann also durchaus Herr einer Ebola-Infektion werden, weshalb theoretisch auch eine Impfung möglich sein sollte. „Tatsächlich gibt es bereits mehrere Impfstoffe, die bei Affen gute Wirksamkeit zeigen“, sagt der Ebola-Experte Becker.

          Weitere Themen

          Programmierte Ungleichheit

          Soziale Systeme : Programmierte Ungleichheit

          Die „gender pay gap“ bezeichnet die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen im gleichen Beruf. Während alte Rollenbilder zumindest teilweise verschwinden, könnte die Digitalisierung die Schere stärker auseinandertreiben.

          Topmeldungen

          Die meisten Manager finden ihren Job heute schwerer als früher (Symbolbild).

          Studie : Fast niemand will mehr Manager werden

          Es breitet sich die Manager-Müdigkeit aus: Beruflich wollen in Zukunft nur noch wenige eine Führungsposition übernehmen, wie eine neue Studie zeigt. Die Autoren mahnen die Unternehmen auf zu handeln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.