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Covid-19-Wirkstoffe : Nein, Wunder dauern länger

  • -Aktualisiert am

Für Donald Trump ist diese Pille die Antwort auf das neue Coronavirus. Doch die Wirkstoffe Chloroquin und Hydroxychloroquin haben die Infektiologen noch längst nicht überzeugt. Bild: Getty

Warum es nötig ist, auch altbekannte Malaria-Medikamente genau zu prüfen, statt sie bei Covid-19 einfach auf Verdacht einzusetzen und zu hoffen, dass sie wirken.

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          Man könnte meinen, die Welt habe bereits ein Mittel gegen Covid-19 gefunden. Zwei, genau genommen: Chloroquin und das verwandte Hydroxychloroquin, beides Malariamedikamente, die seit mehr als siebzig Jahren verwendet werden. In Frankreich stehen die Menschen vor der Klinik des Mikrobiologen Didier Raoult Schlange, um damit behandelt zu werden. Indien hat Hydroxychloroquin offiziell Ärzten und Krankenschwestern empfohlen, um sich vor dem neuen Coronavirus zu schützen. Und der amerikanische Präsident Donald Trump preist die Substanz in seinen Pressekonferenzen an.

          Tatsächlich ist die Evidenz bislang äußerst dürftig. In erster Linie sind es die Experimente in Zellkulturen und an Versuchstieren, die nahelegen, dass Chloroquin und Hydroxychloroquin gegen Sars-CoV-2 und andere Coronaviren wirken. Das kommt nicht ganz überraschend, denn Forscher haben immer wieder festgestellt, dass die Malariamittel im Labor auch vor Viren zu schützen scheinen, auf welche Weise, ist unklar. Zumindest ein Teil der Wirkung beruht wohl darauf, dass die Substanzen verhindern, dass die sogenannten Endosomen ihren Innenraum ansäuern. Das sind kleine Bläschen, die durch die Zellen Material von außen aufnehmen. Zahlreiche Viren nutzen diese Endosomen, um in die Zelle zu gelangen, und sie brauchen ein saures Milieu, um dann aus diesen Bläschen auszubrechen.

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