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Depressionen : Schwermut zeigt sich im Gehirn

  • -Aktualisiert am

Es gibt immer mehr Selbsthilfegruppen für junge Depressionspatienten. Bild: dpa

Sind Entzündungen schuld an Depressionen? Dafür sprechen die Ergebnisse einer Studie, die im Gehirn schwer depressiver Menschen aktivierte Immunzellen nachgewiesen hat.

          Patienten mit schweren Depressionen weisen offenbar markante Entzündungszeichen im Gehirn auf. Hierfür sprechen die Ergebnisse einer Vergleichsstudie, an der zwölf depressive und elf psychisch gesunde junge Männer und Frauen beteiligt waren. Alle Probanden hatten sich mehreren Untersuchungen unterzogen, darunter einem Hirnscan mit der Positronen-Emissions-Tomographie. Kurz PET genannt, erlaubt dieses radiologische Verfahren Aussagen über Stoffwechselvorgänge. Ihr Augenmerk richteten der Psychiater Jeffrey Meyer von der University of Toronto und die anderen Forscher dabei auf die sogenannten Mikrogliazellen.

          Klare Anzeichen

          Durch schädigende Einflüsse auf den Plan gerufen, übernehmen diese Immunzellen im Gehirn eine Reihe von wichtigen Aufgaben. So bekämpfen sie hier infektiöse Erreger, reparieren Gewebsschäden und beseitigen zelluläre Abfälle. Wie die kanadischen Wissenschaftler im Fachjournal „Jama Psychiatry“ (doi:10.1001/jamapsychiatry.2014.2427) berichten, entdeckten sie im Gehirn der schwermütigen Patienten, aber nicht in jenem der gesunden Probanden klare Anzeichen für eine Aktivierung der Mikrogliazellen. Besonders intensiv waren diese Entzündungssignale im sogenannten anterioren cingulären Cortex – einem im Stirnhirn befindlichen neuronalen Netzwerk, das unter anderem negative Emotionen steuert und an der Entstehung von Depressionen beteiligt sein soll.

          Je ausgeprägter zudem die depressiven Symptome, desto deutlicher traten die entzündlichen Veränderungen im Gehirn der betroffenen Person zutage. Ob die Aktivierung der Mikrogliazellen Folge oder Ursache der Schwermut ist, bleibt offen. Die Studienautoren halten einen kausalen Zusammenhang allerdings für wahrscheinlich. Denn es gebe etliche Hinweise, dass Entzündungen, etwa infolge von Verletzungen oder Erkrankungen, die Ausbildung von Depressionen begünstigten. In Studien mit größeren Patientenzahlen gilt es nun, zu klären, ob sich diese Erkenntnisse bestätigen und eventuell therapeutisch nutzen lassen.

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