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Delta-Variante : Die Evolution geht weiter

Zum Achtelfinale dürfen sich 45.000 Fans im Wembley-Stadion tummeln. Es gelten Hygiene-Regeln, aber halten sich wirklich alle dran? Und wie sieht es bei den zahllosen Treffen vorm Fernseher aus: mit oder ohne Maske? Bild: dpa

Mit der Delta-Variante kommt eine neue Herausforderung im Kampf gegen Covid-19 auf uns zu. Das Aussitzen in vollen Fußballstadien ist keine besonders gute Idee.

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          „Wembley liegt uns“, sagte Manuel Neuer. Und der deutschen Elf ist zu wünschen, dass ihr Kapitän recht behält. Wenn sich im Achtelfinale der Europameisterschaft aber 45.000 Fans auf den Rängen tummeln dürfen und in späteren Entscheidungsspielen sogar mehr als 60.000, ganz zu schweigen von den zahllosen Maskenfreien, die sich irgendwo zum Fußballgucken treffen oder im Sommer bald quer durch Europa reisen, ist trotz Abstandsregeln zu befürchten, dass am Ende ein unsichtbarer Gegner über uns alle triumphiert: Nach der Übernahme durch Alpha macht sich von SARS-CoV-2 nun eine Delta-Variante auf der Insel breit, wo die Inzidenz deutlich über 100 liegt, und erobert auch zunehmend das Festland.

          Triumphiert ein unsichtbarer Gegner?

          Ende August würden 90 Prozent der in der EU zirkulierenden Covid-19-Erreger dieser ansteckenderen Variante angehören, warnte die Direktorin des European Centre for Disease Prevention and Control, Andrea Ammon. Deshalb sei es sehr wichtig, das „Roll-out“ der Vakzine im hohen Tempo auszuführen und das Intervall zwischen zwei Impfspritzen möglichst kurz zu halten.

          Die vollständig Geimpften bilden mit einem Drittel nur eine kleine Bevölkerungsgruppe, besonders unter jüngeren Generationen, in denen Delta nun in Deutschland auffällt. Zwar sind Infektionszahlen und Inzidenzen bundesweit niedrig, jedoch hat diese Variante Woche für Woche ihren Anteil von 3,6 auf 7,9 und 15,1 Prozent erhöhen können, regional sind es mehr als 20 oder fast 40 Prozent; am RKI geht man davon aus, dass Delta sich hierzulande durchsetzen wird. In der Pandemie bleibt aber alles im Fluss – mit immer neuen Varianten; Eta, Theta, Zeta existieren schon, und überall dort, wo es an Impfstoffen oder Impfbereitschaft mangelt, setzt sich die Evolution der Viren weiter fort.

          Sonja Kastilan
          Verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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