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Mittel gegen Kräfteschwund? : Auch für Muskeln kann Fisch das Richtige sein

  • -Aktualisiert am

Aufbauendes Protein: Laut den kanadischen Forschern verlangsamen Omega-3-Fettsäuren deutlich den Muskelschwund. Bild: Evonik Industries AG

Fördern Omega-3-Fettsäuren den Wiederaufbau von geschwächten Muskeln, etwa nach einem längeren Krankenhausaufenthalt? Es gibt Indizien, dass die Stoffe den Aufbau entsprechender Proteine bewirken.

          Omega-3-Fettsäuren spielen bei vielen lebenswichtigen Prozessen eine bedeutende Rolle. Reichlich vorhanden in fettem Fisch, sind sie zum Beispiel Bestandteil von Zellmembranen und Ausgangsstoff für verschiedene Hormone. Zudem wirken sie entzündungshemmend und schützen möglicherweise vor Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs und anderen Krankheiten.

          Darüber hinaus gibt es Indizien, dass diese Fettstoffe den Muskelaufbau nach körperlichem Training stärken. Sehr viel weniger gut erforscht ist, ob sie auch einem unerwünschten Muskelschwund entgegenwirken. Aus medizinischer Sicht wäre ein solcher Effekt von großem Nutzen. Denn Krankheiten oder Unfälle, die den Patienten ans Bett fesseln oder in einen Gips zwingen, führen zu einem teils weitreichenden Verlust an Muskelmasse. Dieser erschwert es aber, nach der Genesung wieder schnell auf die Beine zu kommen. Für etwas mehr Klarheit sorgen nun die Ergebnisse einer Studie von Forschern aus Kanada.

          Die beteiligten Testpersonen, insgesamt 20 gesunde junge Frauen, hatten sich bereit erklärt, zwei Wochen lang an einem Bein eine starre Bandage zu tragen, ferner nur die zur Verfügung gestellten Speisen zu verzehren und außerdem täglich die Testsubstanz, eine nach Kokosnuss schmeckende Flüssigkeit, einzunehmen. Was die Probandinnen nicht wussten: Bei der Hälfte von ihnen enthielt die Testsubstanz größere Mengen an Omega-3-Fettsäuren, in einer Tagesdosis von drei Gramm Eicosapentaensäure (EPA) und zwei Gramm Docosahexaensäure (DHA). Bei der anderen Hälfte waren es entsprechende Mengen an einfachem Sonnenblumenöl.

          Schrumpfung um fast das Doppelte

          Wie Chris McGlory von der Abteilung für Kinesiologie der kanadischen Macmaster University in Hamilton und seine Kollegen in der Zeitschrift „FASEB-Journal“ berichten, wurde die Oberschenkelmuskulatur des ruhiggestellten Beins aller Frauen nach zweiwöchiger Bewegungslosigkeit dünner, wenn auch nicht in gleichem Ausmaß. Bei den mit Omega-3-Fettsäuren versorgten Versuchsteilnehmerinnen schrumpfte sie lediglich um acht Prozent, bei den Probandinnen der Vergleichsgruppe hingegen um vierzehn Prozent und damit um fast das Doppelte.

          Auch was die Regeneration der Muskeln nach Entfernung der Bandage anging, erwiesen sich die Omega-3-Fettsäuren als nutzbringend. So erholte sich die Oberschenkelmuskulatur der Frauen dieses Kollektivs innerhalb von zwei Wochen vollständig, was bei den Sonnenblumenöl-Probandinnen nicht der Fall war. Auf welche Weise Omega-3 den Muskelschwund eindämmen könnten, geht aus der Studie nicht hervor. Wegweisend ist möglicherweise die Beobachtung, dass die hiermit behandelten Probandinnen während der gesamten Versuchszeit mehr Muskelproteine erzeugten als die anderen Frauen, zugleich aber nicht weniger Muskelgewebe abbauten. Den Autoren zufolge dürften die Omega-3-Fettsäuren folglich eher den Aufbau von Muskelmasse fördern. Inwieweit ihre Annahme zutrifft, ist freilich noch offen. Um hierauf eine Antwort zu erhalten, bedarf es größerer Studien.

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