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Gespräch mit Infektiologen : Warum ein Impfstoff keine Therapie ersetzt

  • -Aktualisiert am

In Deutschland erwarten Patienten, die unter einer Corona-Infektion leiden, dass ihre Ärzte den aktuellen Stand der Forschung berücksichtigen. Bild: Reuters

Warum es manchmal helfen kann, das Immunsystem zu schwächen und was die aktuelle Corona-Krise mit Aids in den Achtzigern zu tun hat – der britische Infektiologe und Tropenmediziner Jeremy Farrar im Interview.

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          Herr Farrar, Sie haben Ihre Karriere in den 1980er Jahren als Arzt in London begonnen. Damals nahm die Aids-Pandemie ihren Anfang, und Sie hatten es mit Patienten zu tun, für die Sie wenig tun konnten. Lassen sich Parallelen ziehen zu dem, was wir jetzt erleben?

          Es gibt viele Parallelen. Zum einen sind es beides zoonotische Infektionen, und ich glaube, es ist wichtig, sich das klarzumachen, denn viele Menschen haben vergessen, dass auch HIV von Tieren kam, so wie fast alle neu auftretenden Infektionskrankheiten. Aber die wichtigste Parallele ist eine andere: Die Medizin hat riesige Fortschritte gemacht, und in wohlhabenden Ländern ist es heute ziemlich selten, dass das medizinische Personal mit etwas konfrontiert wird, wo man einfach nichts machen kann. Und zu Beginn dieser Pandemie konnten Ärzte die Kranken nicht sehr gezielt behandeln, weil man einfach keine Erfahrung hatte mit dieser Krankheit; Patienten wurden vermutlich zu häufig künstlich beatmet, und man wusste nicht, dass die Blutgerinnung eine Rolle spielt. Es war einfach nicht klar, dass es sich um eine Infektion handelt, die den ganzen Körper angreift und nicht nur die Lunge. Für mich ist das die größte Ähnlichkeit zu HIV, auch damals hatten wir keine Therapien zur Hand, von denen wir wussten, dass sie wirken.

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