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Forschung mit Viren : Gefährlicher, als die Natur erlaubt

„Gain of function“, kurz GOF: Gefährliche Erreger werden durch genetische Eingriffe im Labor hochgerüstet und damit noch gefährlicher gemacht. Bild: Illustration AdobeStock/Dmitri Broido

Im Labor hochgerüstete Viren waren fast kein Thema mehr. Bis „Gain-of-function“-Experimente durch die Pandemie wieder ins Spiel gebracht wurden. Was dabei passiert, kann im schlimmsten Fall die Welt aus den Angeln heben.

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          Es ist ein Schattenreich der Virusforschung, eines, das die Politik ungern öffentlich verhandelt sieht, weil es sich spielend mit Horrorfantasien verknüpfen lässt, und auch eines, das selbst die Forscher in der großen Mehrheit mehr zweifelnd als begeistert verfolgen. Jeder weiß: Was hier passiert, kann, wenn es schlecht läuft, die Welt aus den Angeln heben. Wie jetzt, wie in dieser Pandemie, könnte es kommen – oder eben noch katastrophaler. Und genau deshalb wird es jetzt mit aller Macht ans Licht gezerrt. „Gain of function“ heißt dieses Forschungsgebiet.

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Das Konzept ist, gefährliche Erreger durch genetische Eingriffe im Labor hochzurüsten und damit noch gefährlicher zu machen. Viren besser verstehen, lautet das Motiv der Forscher. Für viele ist das Skandalforschung, nah an der Biowaffenherstellung, hochgradig riskant trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und deshalb auch eine Frage nationaler und globaler Sicherheit. In Washington jedenfalls hat sie nun wieder den Weg aus dem Schatten auf die politische Bühne gefunden, und womöglich ja auch in Peking – dort allerdings allenfalls hinter vorgehaltener Hand. Denn die Frage lautet: Steht GOF, wie das Kürzel dafür lautet, am Anfang der Pandemie, die ihren Ausgang in Südchina nahm?

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