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Covid-19-Tests mit Schwächen : Die Jagd nach Antikörpern

Virologin mit Corona-Blutprobe Bild: Picture-Alliance

Wie viele haben sich schon mit Sars-CoV-2 angesteckt und Antikörper im Blut? Erstaunlich wenig, das zeigen viele der Testreihen. Mehr als 20 Studien sollen in Deutschland für Klarheit sorgen. Doch an den Tests haften noch einige Makel.

  • -Aktualisiert am
          6 Min.

          Das neue Coronavirus manifestiert sich durch ein überraschend großes Spektrum an unterschiedlich schweren Symptomen. Die hohe Rate, rund 80 Prozent, der milden bis symptomlosen Infektionen birgt jedoch die Gefahr einer verzerrten Datenerfassung. Testet man nur Personen mit moderaten oder schweren Symptomen, erfasst man nicht das wahre Ausmaß der Virusverbreitung und kann auch das Verhältnis von Infektionen und Todesfällen nicht korrekt einschätzen. Mit Hilfe von Antikörperstudien, die überprüfen, wie viele Menschen schon Antikörper im Blut haben gegen Sars-CoV-2, versprechen sich Wissenschaftler, ein detaillierteres Bild des Infektionsgeschehens zu erhalten.

          Einige serologische Erhebungen zu Sars-CoV-2 wurden bereits durchgeführt. In Heinsberg hatten gut 15 Prozent der 919 getesteten Personen Antikörper gebildet. In Genf waren es elf Prozent von 2766 Personen, in New York 20 Prozent von 5000 und im österreichischen Ischgl wurde mit 42 Prozent eine der weltweit höchsten Durchseuchungsraten festgestellt (noch nicht veröffentlichte Daten). Die bisher größte, landesweite Studie mit mehr als 60.000 Teilnehmern wurde in Spanien von April bis Mai vorgenommen. Die Forscher berichten aktuell im Medizinjournal „Lancet“, dass maximal fünf Prozent der Bevölkerung Spaniens Antikörper gegen Sars-CoV-2 im Blut haben. In der Region Madrid, die am stärksten von der Pandemie betroffen war, sind es rund elf Prozent, auf den Urlaubsinseln der Balearen etwas mehr als 2 Prozent.

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