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Schweizer Pharmakonzern : Das Roche-Prinzip

Wenn Politiker wie Jens Spahn und Markus Söder in weiße Kittel schlüpfen und durch ein Entwicklungslabor von Roche geführt werden, geht es um mehr als um Neugier oder einen Höflichkeitsbesuch. Bild: dpa

Mit Kalkül zur Wissensmacht: Der Schweizer Pharmakonzern Roche bietet einen günstigen Antikörper-Test an, der wie ein Sicherheitssiegel in der Corona-Krise gehandelt wird. Nun fürchten Kritiker eine Monopolstellung des Gesundheitsriesen.

  • -Aktualisiert am
          8 Min.

          Es ist der erste Montag im Mai. Die Deutschen bleiben zu Hause. Die Zahl der Corona-Infizierten sinkt, und in München blinzelt die Sonne durch die Wolken. Um 11.30 Uhr tritt der bayerische Landesvater Markus Söder nebst Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im 45 Kilometer weiter südlich gelegenen Penzberg vor die Presse. Eingeladen hatte sie der Pharma- und Diagnostikkonzern Roche, um, wie es dessen Verwaltungsratspräsident Christoph Franz ganz frei erklärt, den hauseigenen neuen Corona-Antikörpertest „zu lancieren“.

          Die Tests sind bei der Politik zurzeit begehrt beziehungsweise deren positives Ergebnis: Antikörper gegen das Coronavirus gelten als Garant, wenn auch nicht ewig anhaltend, für eine überstandene Coronavirus-Infektion. Bereits im März appellierte die Politik, die Entwicklung dieser Tests voranzutreiben. Die Branche folgte dem Ruf: Das Lübecker Unternehmen Euroimmun sowie die Firma Mikrogen aus München zählten zu den ersten Anbietern, andere mit bekannteren Namen wie Abbott und Siemens folgten. Roche hingegen wartete ab. Statt möglichst schnell einen Test anzubieten und diesen, wie im Fall etwa von Euroimmun, nach und nach besser zu machen, entschied sich der Marktführer, erst später einzusteigen. Dafür aber mit viel Pomp und ganz oben auf der Qualitätsskala.

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