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Cholera-Epidemie in Moçambique : Die siebte Welle der Pandemie

Überall Pfützen, entwurzelte Bäume und zerstörte Häuser: Die Hafenstadt Beira in Moçambique wurde größtenteils verwüstet. Den Menschen droht jetzt neben Seuchen auch der Hunger. Bild: dpa

Drei Wochen nach dem Zyklon Idai an der ostafrikanischen Küste muss Moçambique jetzt gegen die Folgen kämpfen. Cholera ist nur eine davon.

          6 Min.

          Wer mit Pierluigi Testa telefoniert, hat schnell das Gefühl, selbst mitten auf einer Baustelle zu stehen. Im Hintergrund wird kräftig gehämmert, die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange. Testa ist immer wieder für die „Ärzte ohne Grenzen“ im Einsatz, zurzeit wird seine Erfahrung als Nothilfekoordinator in Moçambique gebraucht. Seit der Zyklon Idai vor wenigen Wochen auf die ostafrikanische Küste traf, Städte verwüstete und ganze Landstriche durch heftigen Regen flutete, sind auch die beiden Nachbarländer Zimbabwe und Malawi mit den verheerenden Folgen dieser Naturkatastrophe konfrontiert. Besonders hart getroffen hat es jedoch Moçambique.

          Sonja Kastilan
          Verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Hafenstadt Beira sei größtenteils zerstört, berichtet Testa, ihre Bewohner hätten praktisch kein Dach mehr über dem Kopf und keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Während sich in Beira enorme Menschenmassen drängen, sind die Betroffenen in den entlegenen Gebieten gar nicht zu erreichen. Oder nur mit Booten und Hubschraubern. Alle mit Lebensmitteln und Trinkwasser zu versorgen ist schon problematisch genug, der Ausbruch der Cholera mit bereits mehr als 1700 Erkrankten verschärft in einigen Regionen zusätzlich die Notlage. So wurden sechs Behandlungsstationen im Land eröffnet, wo sich „Ärzte ohne Grenzen“ und weitere Helfer mit dieser gefährlichen Durchfallerkrankung befassen. Allein vier davon finden sich in Beira, wo sich die meisten Infizierten aufhalten, zudem eine in dem Ort Dondo und in Tica im Distrikt Nhamatanda.

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