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Brustkrebs : Ein Medikament revolutioniert die Therapie

Brustkrebs macht sich bei der ärztlichen Untersuchung durch verhärtete Gewebeknoten bemerkbar. Diese können Frauen häufig auch selbst ertasten. Bild: Prisma Bildagentur

Das Medikament Herceptin ebnete den Weg für die personalisierte und hochspezifische Behandlung der Zukunft. Was der Wissenschaft damit gelungen ist, lässt sich als „game changer“ bezeichnen.

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          Zu einer Zeit, als es noch keine zielgerichteten Behandlungen gab, befanden sich die Krebsmediziner im Krieg. Nach der Chirurgie war die Chemo an der Reihe oder eine Strahlentherapie: „Es war, als würde man eine Bombe werfen in der Hoffnung, mehr schlechte als gute Zellen zu treffen.“ Recht drastisch schildert der amerikanische Onkologe Dennis Slamon, wie einst mit Brustkrebs umgegangen wurde. Heute sei das anders. Man könne Tumorzellen selektiv attackieren, weil den normalen Zellen deren spezifische Veränderungen fehlten. Solche Therapien und Angriffsstrategien würden nun weiterentwickelt, sagt Slamon, und er verspricht sich einen großen „Impact“ für die Patienten. In naher Zukunft.

          Sonja Kastilan

          Verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Als sich die Schauspielerin Angelina Jolie prophylaktisch beide Brüste amputieren ließ, diskutierte die ganze Welt über genetisch erhöhte Risiken und den Sinn entsprechender Tests. Jetzt wird die Brustkrebstherapie wieder zu einem Thema in der Bundesrepublik, denn mit Manuela Schwesig ist eine Ministerpräsidentin erkrankt. Trotz all der öffentlichen Aufmerksamkeit bleibt es ein sehr persönliches Thema. In Deutschland wird Brustkrebs jedes Jahr in mehr als 70.000 Fällen neu diagnostiziert, die nächsten fünf Jahre überleben immerhin 88 Prozent der betroffenen Frauen. Etwa 18.000 Menschen sterben jedoch jedes Jahr. Dass Brustkrebspatientinnen heute mehr Optionen und eine höhere Lebenserwartung haben, ist unter anderen Dennis Slamon in Zusammenarbeit mit Michael Shepard und dem deutschen Molekularbiologen Axel Ullrich zu verdanken, und dafür werden sie in diesem Jahr mit dem renommierten „Lasker DeBakey Award“ für klinische medizinische Forschung ausgezeichnet, der als Vorbote für den Nobelpreis gilt.

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