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Epidemien der Zukunft : Zu den Ursprüngen der Erreger

  • -Aktualisiert am

Wenn Tierarzt Fabian Leendertz (Mitte) herausfinden will, welche Viren oder Bakterien grassieren, sind lebende Tiere ebenso interessant wie kranke und tote. Proben der hier untersuchten Fledermaus landeten zur genaueren Analyse im Labor. Bild: Pete Muller

Fabian Leendertz sucht weltweit nach Erregern, die für Mensch und Tier zum Problem werden können. Wenn sie es denn nicht schon längst sind. Ein Porträt des Virenjägers Fabian Leendertz.

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          Die Nachricht erreicht ihn früh am Morgen. Fabian Leendertz steht gerade am Rand des Forschungscamps, den Kopf im Nacken, und schaut einer Gruppe schwarz-weißer Stummelaffen zu. Zwanzig Meter über ihm springen die Tiere von einem Ast zum nächsten, fressen Blätter und Schoten. Manchmal lassen sie sich fünf, zehn Meter tief fallen und krachen auf die tiefer gelegenen Äste. „Frühstücksfernsehen“, nennt Leendertz das. Die Forschungsstation liegt im Taï-Nationalpark in Côte d’Ivoire, hier gibt es kaum eine Verbindung zur Außenwelt. Kein Fernsehen, kein Radio. Nur an ein paar Stellen ist mit ein bisschen Glück ein schwaches Handysignal zu empfangen. Die Forscher haben dort abgesägte Plastikflaschen an die Bäume gebunden, in denen sie Mobiltelefone deponieren können – in der Hoffnung, dass sich eine Verbindung aufbaut und eine Nachricht durchkommt. Flaschenpost im Urwald.

          Flaschenpost im Urwald

          An diesem Morgen wird eine Botschaft von einem südlicher gelegenen Camp empfangen: Die Kollegen haben einen toten Ducker gesehen, eine Art Waldantilope. Diese Nachricht wirkt wie eine Eilmeldung, die Leendertz’ Morgenritual unterbricht: Wenn ihn etwas mehr interessiert als die Tiere, die im Urwald leben, dann sind es die Tiere, die darin sterben. Sie sind für den Wildtierarzt der Schlüssel, um zu verstehen, welche Krankheitserreger hier lauern und die Schimpansen – vielleicht auch die Menschen – bedrohen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt: „So ein Kadaver verschwindet hier sehr schnell“, sagt Leendertz. Der Urwald ist ein hungriger Ort. Dreißig Minuten später macht sich Leendertz auf, begleitet von der Französin Pénélope Carlier und dem Ivorer Bernard N’gbocho N’guessan, der hier gerade eine Forschungsarbeit beginnt. Als die Tierärzte an einer Gruppe Rußmangaben vorbeikommen, zeigen die sich unbeeindruckt. Die Affen sind Menschen gewohnt.

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