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Affe-Mensch-Chimären : Was, wenn die Mischwesen geboren werden?

Wenige Tage alter Makaken-Embryo, in den menschliche Zellen (farbig) injiziert wurden. Bild: Weizhi Ji, Kunming University

Die Fahrt der Medizin ins Unbekannte: Chinesische und amerikanische Forscher verschieben mit Chimären die Grenze des Möglichen. Wer startet die große bioethische Debatte?

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          Es gab eine Zeit, sie ist noch nicht lange her, da hätten ernst gemeinte Erwägungen von Wissenschaftlern über Mischwesen von Mensch und Affe eine Lawine ausgelöst. Die moralischen Reflexe waren um die Jahrtausendwende noch intakt. Gegen das sogenannte Forschungsklonen, das auch die Möglichkeit von Tier-Mensch-Schöpfungen enthielt, organisierte die Bundesregierung in Berlin seinerzeit einen Kongress, der klar zu erkennen gab, dass bioethisch keine Schlupflöcher bleiben dürfen. An der Gesetzeslage änderte das allerdings wenig. Und so lässt sich über das gültige und dafür zuständige Embryonenschutzgesetz heute sagen, dass die Schöpfung von Mensch-Affen-Embryonen, wie sie soeben von chinesischen und amerikanischen Forschern in der Zeitschrift „Cell“ beschrieben wurden, durchaus auch in einem deutschen Labor hätte stattfinden können.

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Vor fast zwei Jahren waren einige Details der chinesisch-amerikanischen Chimärenversuche erstmals öffentlich geworden. Carlos Izpisúa Belmonte vom Salk Institute for Biological Studies, ein Stammzellforscher der ersten Stunde, hatte vor lauter Begeisterung über seine Fortschritte von den Affen-Mensch-Embryonen berichtet. Seit längerem arbeitete er schon mit chinesischen Kollegen zusammen.

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