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Achtung, eklig! : Warum Schleim und Schnodder so wichtig für uns sind

  • -Aktualisiert am

Bild: Getty

Rotz und Schleim haben kein gutes Image – und sind dennoch lebenswichtig. Der Ekel vor den schleimigen Substanzen hat trotzdem einen Sinn.

          7 Min.

          Die Tagesproduktion beträgt schon in guten Zeiten mehr als einen Liter pro Einwohner. Bundesweit kann man also von mindestens 80.000 Kubikmetern täglich ausgehen, genug, um damit 32 olympische Schwimmbecken zu füllen. Gegenwärtig dürften deutsche Nasen noch eine ganze Menge mehr Schleimhautsekret herstellen, denn Grippe- und Erkältungsviren grassieren. Die Infektion lässt die Schleimhäute anschwellen sowie Schnodder, Rotz und Wasser fließen.

          Schön ist so eine akute Rhinitis nicht. Erst recht nicht, wenn der ganze Glibber per Nießattacke erstaunlich weit verbreitet wird. Oder wenn sie grünlich-gelbe Nasenmänner entstehen lässt, die übrigens nicht nur Schulkinder gern an der Unterseite von Stühlen entsorgen. Aber es gibt Schlimmeres, und ist die Erkältung erst überstanden, macht der Homo sapiens seiner Zugehörigkeit zur Unterordnung der Trockennasenprimaten ja meist wieder alle Ehre. Deren Name dient vor allem der Abgrenzung von den Feuchtnasenaffen, einer evolutionär vermeintlich weniger fortschrittlichen Gruppe, zu der die Lemuren Madagaskars gehören. Ähnlich wie Hund und Katze tragen sie einen Teil der Riechschleimhaut in Form eines feuchten Nasenspiegels im Gesicht, was nicht auf ihre Rückständigkeit, wohl aber auf einen sehr feinen Geruchssinn schließen lässt.

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