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Maßnahmen gegen Viren : Zika-Epidemie stellt Forscher vor Rätsel

  • -Aktualisiert am

Moskitos - Aedes aegypti - übertragen das Zika-Virus. Bild: AFP

Das Virus, das Babys im Mutterleib missbilden soll, verbreitet Angst und Schrecken in warmen Gegenden. Amerika ist alarmiert. Schwangere sollen durch Mückenbekämpfung geschützt werden, ein Impfstoff muss her.

          Auf dem amerikanischen Kontinent grassiert  das von Stechmücken übertragene Zika-Virus immer weiter und schneller. Reisewarnungen für Schwangere, Kampagnen zur Mückenbekämpfung, Forderungen nach einer Impfstoffentwicklung von höchster Stelle - die Epidemie hat für die Gesundheitsbehörden in Nord- und vor allem in Südamerika inzwischen höchste Priorität. Seit Oktober registrieren die brasilianischen Behörden überall dort, wo die Infektionszahlen besonders hoch sind, eine deutliche Zunahme an Mikrozephalie bei Föten und Neugeborenen.

          Mikrozephalie ist eine Fehlbildung des Schädels und des Gehirns. Beide sind kleiner als üblich. Die Kinder haben je nach Ausmaß der Fehlbildungen geistige Behinderungen und neurologische Störungen. Wie die BBC berichtete, sollen dem brasilianischen Gesundheitsministerium bis Mitte Januar 3893 Verdachtsfälle von Mikrozephalie gemeldet worden sein, die seit dem vergangenen Herbst aufgetreten sind. 49 Kinder sollen verstorben sein. Zuvor hatte die Zahl nie höher als 200 Erkrankungen pro Jahr gelegen. Die BBC vermeldete auch, dass in der am stärksten betroffenen Region im Nordosten Brasiliens sogar ein Prozent der Neugeborenen eine Mikrozephalie haben sollen.

          Luiza, das kürzlich geborene Baby von Angelica und Dejailson Pereira, leidet an Mikrozephalie.

          Ob die Zika-Infektionen tatsächlich für den dramatischen Anstieg der Schädel-Fehlbildungen verantwortlich sind, lässt sich derzeit nicht mit Sicherheit sagen, aber es gibt Indizien. Für viele Gesundheitsbehörden sind diese Indizien Grund genug, Schwangere vor Reisen in die Endemie-Gebiete zu warnen oder ihnen – wenn sich der Aufenthalt nicht vermeiden lässt – einem rigorosen Mückenschutz nahezulegen. Einige Länder raten den Frauen sogar, eine geplante Schwangerschaft aufzuschieben. Anthony Fauci, der Direktor des amerikanischen „National Institute of Allergy and Infectious Disease“, setzt sich laut dem „Time Magazine“ jetzt vehement für die Entwicklung eines Zika-Impfstoffs ein. Er will auch die Forschung vorantreiben und Gruppen, die bereits über Zika-Viren arbeiten, gezielt fördern, „denn Dinge wie diese tendieren nicht dazu, einfach wieder zu verschwinden“, sagt Fauci.

          Drei Befunde sprechen für einen Zusammenhang zwischen der Zika-Infektion und der Mikrozephalie. Das erste Indiz ist das Zusammentreffen beider Ereignisse. Dort, wo die meisten Infektionen auftreten, werden auch die meisten Fehlbildungen registriert. Bei zwei Schwangeren, deren Föten einen zu kleinen Schädel haben, wurden im Fruchtwasser Ribonukleinsäuren des Zika-Virus nachgewiesen. Ein Kind mit Mikrozephalie, das wenige Minuten nach der Geburt starb, hatte Zika-Ribonukleinsäuren im Blut und im Gewebe. Laut BBC sollen inzwischen vier weitere Fälle bekannt geworden sein.

          Das Robert Koch-Institut schreibt in der neuesten Ausgabe des Epidemiologischen Bulletin, dass es auch andere mit den Zika-Ausbrüchen einhergehenden Ursachen geben könnte (DOI 10.17886/epibull-2016-004). Dies könnten gleichzeitig auftretende Erreger sein, verabreichte Medikamente oder eine spezielle immunologische Situation bei den Müttern, die sich derzeit noch nicht durchschauen lässt. Viele Brasilianerinnen haben zum Beispiel schon einmal eine Infektion mit dem Dengue-Virus durchgemacht, das in die gleiche Virusfamilie gehört wie das Zika-Virus, nämlich zu den Flaviviren. Vielleicht könnte dies einen Einfluss haben.

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