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Lyman Spitzer : Fusionen und Visionen

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Lyman Spitzer plante Weltraumteleskope, als es Raumfahrt noch gar nicht gab.

          1 Min.

          Man schmückt sich wieder gerne mit großen Namen - zumindest in der Naturwissenschaft. Auch Fernrohre werden getauft. In Amerika kamen bis vor kurzem in der Regel nur großzügige Stifter der jeweiligen Einrichtung als Namensgeber zum Zuge - wie für das W. M. Keck-Teleskop auf Hawaii. Erst mit "Hubble" wurde ein rein öffentlich finanziertes Teleskop-Projekt nach einer Person benannt, nämlich dem Entdekker der kosmischen Expansion, Edwin P. Hubble (1889-1953).

          Bei späteren Weltraum-Großteleskopen hat man an diesen Brauch angeknüpft. Taufpate des europäische Röntgenobservatoriums wurde Isaac Newton, bei seinem amerikanischen Pendant ist es der poetische Spitzname des indischen Astrophysikers Subrahmanyan Chandrasekhar (1910-1995): "Chandra" bedeutet auf sanskrit soviel wie "der Leuchtende". Die Taufe erfolgte dabei bisher stets erst nach erfolgreichem Start - sicher ist sicher. Auch "Spitzer" hieß hienieden erst einmal SIRTF. Das stand für "Shuttle Infrared Telescope Facility", später wurde "Shuttle" zu "Space" als sich herausstellte, daß es doch keine so gute Idee war, Infrarotastronomie an Bord eines Space Shuttle und damit im nahen Erdorbit zu betreiben.

          Würdiger Namenspatron

          Mit Lyman Spitzer Jr. hat sich die Nasa den denkbar würdigsten Namenspatron ausgesucht. Schließlich war es dieser Astrophysiker aus Princeton gewesen, der als erster die Idee hatte, Teleskope der besseren Sichtbedingung wegen im Weltraum zu stationieren. Das war 1946, mehr als zehn Jahre vor dem Start des "Sputnik" und der Gründung der Nasa. Die Idee ließ ihn nie mehr los, auch wenn er sich zunächst der Plasmaphysik zuwandte. Heute gilt er als einer der Väter der zivilen Kernfusionsforschung.

          Das wissenschaftspolitische Geschick, das er in diesem Bereich an den Tag legte, konnte er auch für die Verwirklichung seines Traumes gut gebrauchen. Denn bis in die siebziger Jahre hinein wehrten sich viele Astronomen gegen die Idee eines Weltraumteleskops. Sie fürchteten, das Geld dafür würde ihren Observatorien auf der Erde weggenommen werden.

          Aus SIRTF wurde „Spitzer

          Doch Spitzer ließ nicht locker, und schließlich bewilligte der Kongreß die Milliarden für "Hubble", das schließlich 1990 startete und dessen - nach anfänglichen Kalamitäten - überwältigenden öffentlichen wie wissenschaftlichen Erfolg Spitzer noch erleben durfte.

          Aus SIRTF wurde im Sommer 2003 "Spitzer", sechs Jahre nach dem Tod des Weitblick-Visionärs.

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