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Wels – der unerforschte Fisch : Im Auge der Riesen

  • -Aktualisiert am

(Fast)-Allesfresser am Grund: Nur ausnahmsweise attackiert der Europäische Wels, Silurus glanis, einen Menschen . Bild: Picture-Alliance

Auch das ist ökologischer Wandel: Der Wels breitet sich hierzulande weiter aus. Trotzdem wissen die Forscher wenig über ihn. Eine Ausfahrt mit den letzten Berufsfischern am Rhein, die den Raubfisch regelmäßig aus der Tiefe holen.

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          Er lenkt das Boot in den Hauptstrom, sieht durch die Nacht zu den Lichtern der Stadt und sucht dann das Ufer ab. In seinem Blick liegen Stolz und Wissen. Das Wissen darum, einen der ältesten Berufe der Welt auszuüben, ein freies Leben am Fluss, ein Handwerk voller Intuition und Regeln, das aus der Natur Nahrung holt, für sich selbst und die anderen. Das letzte Mal habe ich diesen stolzen Blick bei einem samischen Rentierhirten in Lappland entdeckt. Jetzt sind wir auf dem Rhein bei Karlsruhe, morgens um vier Uhr, es ist kalt, wir tragen Handschuhe, Mützen und Ölzeug. Kein Boot in Sicht. Nur das Großstadtleuchten und die Lichtkegel unserer Stirnlampen auf dem Rhein, über den wir stumm mit dem sechs Meter langen Aluboot stromauf tuckern.

          Lars reckt die Nase noch mal in den Fahrtwind, schaut vorbei an seinem Bruder im Bug und dann hinüber zum dunklen Vorhang des Auwaldes, hinter den wir gleich verschwinden, um die Riesen des Rheins zu holen: Welse, gefangen in Netzen, die wir am Abend davor ausgelegt hatten. Edelrestaurants in Stuttgart und anderswo warten heute darauf, was wir aus dem Berghäuser Altrhein nach oben ziehen.

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