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Gehirnforschung : Studie: Musiker haben mehr im Hirn

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Was verbindet Gehirn und Geige? Bild: Uni Jena

Ein Vergleich der Gehirne von Profimusikern, Amateuren und Nichtmusikern hat ergeben, daß Musiker-Gehirne in den Bereichen für Hören, Sehen sowie für Kontrolle und Umsetzung von Bewegungen besser ausgebildet ist.

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          Profimusiker haben „mehr“ im Hirn. Zumindest in bestimmten Gehirn-Regionen, die für Hören, Sehen und die Kontrolle und Umsetzung von Bewegungen verantwortlich sind. Das haben Christian Gaser von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Gottfried Schlaug von der Harvard Medical School in Boston durch einen Vergleich der Gehirne von Profimusikern sowie Amateuren und Nichtmusikern herausgefunden. Die Ergebnisse sind im „Journal of Neuroscience“ (Okt. 2003 Vol. 23(27), S. 9240-9245) erschienen.

          „Musiker sind beliebte Forschungsobjekte von Hirnforschern“, sagt Gaser. Denn das Spielen eines Instruments beginne bereits im frühen Kindesalter und stelle hohe Anforderungen an das Gehör und die Feinmotorik des Menschen. Darüber hinaus müßten Musiker die visuelle Information „schwarzer Notenpunkte“ rasch in Bewegung der Finger umsetzen.

          Bisher wurde in Experimenten meist die Aktivität ausgewählter Hirnareale während des Musizierens bestimmt. „In der von uns vorgelegten Studie haben wir jedoch erstmals im gesamten Gehirn nach Unterschieden zwischen Musikern, Amateuren und Nichtmusikern gesucht“, sagt Gaser. „Indem wir die Hirnstrukturen der drei Gruppen verglichen, konnten wir gleichzeitig einen Zusammenhang zwischen der Intensität des absolvierten musikalischen Trainings und den unterschiedlichen Anteilen grauer Substanz herstellen“, so der Jenaer Wissenschaftler weiter.

          Weitere Studien sollen Lerneffekt prüfen

          Eine weitere Studie soll klären, ob die Hirnstrukturen der Musiker von Geburt an anders seien oder ob sich die Unterschiede erst durch das stete Training entwickelten, sagte Gaser. Obwohl vieles dafür spreche, daß das Training von Kindesbeinen an ein „Mehr an grauer Hirnmasse“ bewirke, stehe ein eindeutiger Beweis dafür noch aus. Die Wissenschaftler nehmen in einer neuen Studie mittels Magnetresonanztomographie (MRT) regelmäßig Bilder der Gehirne von fünf- bis siebenjährigen Amerikanern auf und durchforsten diese Bilder mit einer neuen Methode Ebene für Ebene. Beim „Vermessen“ der Hirne und der anschließenden Auswertung brachte Gaser seine Kompetenzen als Elektrotechniker und Spezialist für voxelbasierte Morphometrie ein. So heißt nämlich im Fachjargon die Methode, mit der dreidimensionale Hirnlandschaften dargestellt werden. Gaser selbst hat eine weitere Methode entwickelt, mit der man die Veränderung dieser Landschaften im Zeitverlauf studieren kann.

          „Damit wollten wir endgültig klären, ob die Hirnstrukturen der Musiker von Geburt an anders sind und sie deshalb Musiker werden können oder ob sich Unterschiede in den Hirnstrukturen erst durch das stete Training entwickeln,“ sagt Gaser. Um den Trainingseffekt direkt nachzuweisen, werden die Kinder vom Beginn ihrer musikalischen Ausbildung an für mindestens drei Jahre begleitet. Eine Testgruppe erlernt dabei ein Instrument zu spielen, eine weitere Gruppe erhält einen speziellen Musikunterricht ohne jedoch am Instrument zu trainieren und eine dritte Gruppe nimmt lediglich am Musikunterricht in der Schule teil. Bei diesen Untersuchungen kommt die von Gaser entwickelte deformationsbasierte Morphometrie zum Einsatz, die kleinste Änderungen in den interessanten Hirnregionen im Zeitverlauf nachweisen kann.

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