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Studie im hohen Alter : Schwerhörigkeit führt zu sozialem Rückzug

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Auch wenn ältere Menschen körperlich und geistig fit sind, lässt ein schlechtes Gehör sie introvertierter werden - das zeigten jetzt schwedische Forscher in einer Langzeitstudie.

          Wenn ältere Menschen schlecht hören, verändert sich ihre Persönlichkeit: Sie ziehen sich zurück, werden introvertierter. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler um Anne Ingeborg Berg und Boo Johansson von der Abteilung für Psychologie der schwedischen Universität Gothenburg im „Journal of Personality“.

          Das Forschungsteam nahm 400 ältere Probanden zwischen 80 und 98 Jahren in eine sechs Jahre währende Studie auf. Alle zwei Jahre wurden die Teilnehmer zu Tests eingeladen, um ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und Persönlichkeitsaspekte einschätzen zu können. Sogar wenn die Probanden emotional stabil blieben, wurden sie introvertierter.

          Frühzeitig behandeln

          Der soziale Rückzug stand allerdings weder mit physischen noch kognitiven Einschränkungen in direkter Verbindung. Der einzige Faktor, der das introvertierte Verhalten der Probanden wirklich beeinflusste, war ein Hörverlust. Dies sei ihres Wissens das erste Mal, dass eine Verbindung zwischen Schwerhörigkeit und Persönlichkeitsveränderungen gezeigt worden sei, so Studienleiterin Berg.

          Eine Abnahme des Hörvermögens verschlechtere die Qualität sozialer Interaktionen sehr direkt – so begründe sich das Studienergebnis. Die Wissenschaftler plädieren dafür, den Faktor Gehör gerade bei alten Menschen stärker zu berücksichtigen und Schwerhörigkeit frühzeitig zu behandeln.

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