https://www.faz.net/-gwz-a0m6e

Sexforschung : Mit mehr Phantasie zur Euphorie

Sexologin Andrea Barri in ihrem Element Bild: Julia Ossko und Eugen Schulz

Warum es beim Sex wichtig ist, sich auf die eigenen Bedürfnisse zu besinnen, erklärt die Wissenschaftlerin Andrea Burri.

          7 Min.

          Vor ein paar Monaten noch, da war alles ganz anders. Wildfremden die Hand zu geben, das war normal. Schlicht ein Akt der Höflichkeit, zumindest in Mitteleuropa. Jetzt, da Menschen mindestens anderthalb Meter Abstand wahren sollten, fühlt sich diese leichte Berührung merkwürdig intim an. Der Handschlag wird zu einem gesellschaftlichen Tabu, das wir nach kurzem Zögern brechen, wie auch unser Treffen von zwei Fremden geradewegs unziemlich wirkt. Mehr noch als das Thema, über das wir am helllichten Nachmittag in einem Zürcher Lokal ohne Maske sprechen: Sex. Rote Ohren am Nachbartisch sind nicht zu befürchten, dafür sorgt die größere räumliche Distanz.

          Sonja Kastilan

          Verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sex ist das, was Andrea Burri einmal als ihr „tägliches Brot“ bezeichnet hat. Ein anderes Mal als überbewertet – von einer Gesellschaft, die Sex heute zum Maßstab für eine gute Beziehung erklärt und dafür einen Normalwert braucht, um jeden daran zu messen. „Aber was sagt die Anzahl darüber aus, ob es jemandem Spaß gemacht hat? Vielleicht ist einmal im Monat für ein Paar weitaus besser als die wöchentlichen zwei, drei Male von anderen. Oder man hat womöglich öfter Lust, aber eben keinen Babysitter.“

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Ermittlungen: Apotheker und Ärzte werfen dem Angeklagten vor, Verfahren gegen sie aufgebläht zu haben (Symbolbild).

          Frankfurter Korruptionsaffäre : Mediziner erheben schwere Vorwürfe

          In der Korruptionsaffäre um einen Frankfurter Oberstaatsanwalt sollen Ermittlungen nur geführt worden sein, um Geld zu generieren. Das könnte sich noch zu einem weitaus größeren Skandal auswachsen.
          Junge Frau Mitte Juli am Strand von Calvia/Spanien

          Corona-Todesraten : Noch retten die Jungen die Statistik

          Mitte April starben in Europa jeden Tag viertausend Menschen an Covid-19. Inzwischen ist die Sterberate zurückgegangen. Das hat viele Gründe. Infektiologen warnen allerdings, dass sich die Lage bald wieder ändern könnte.