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Sehfehler : Augen zu und durch

  • -Aktualisiert am
Kinder sollten das gesunde Auge abgedeckt halten
          4 Min.

          Schwachsichtigkeit ist die häufigste Augenerkrankung im Kindesalter - und eines der häufigsten Leiden überhaupt. Rund drei bis fünf Prozent der Bevölkerung sind betroffen, daher hat das Leiden schon den Rang einer Volkskrankheit. Zumeist ist ein Auge bedroht, etwa wenn es wegen Schielens das eigentlich zu fixierende Objekt nicht im Blick behält. Das bessere Auge übernimmt dann die Führungsrolle. Tückischerweise weist längst nicht in jedem Fall eine Schielstellung den Weg zur frühen Diagnose. Auch eine Verkrümmung der Hornhaut eines Auges kommt als Ursache in Frage.

          Schon seit Jahrhunderten behandelt man, sofern rechtzeitig erkannt, die Schwäche des einen Auges dadurch, dass man den leistungsfähigeren Partner abdeckt. So zwingt man gleichsam das schwache Auge, sich aufzurappeln, alle Kräfte zu mobilisieren und besser sehen zu lernen. Das Ziel besteht darin, jene Verschaltungen vom Auge zum Gehirn aufrechtzuerhalten und zu stärken, die sich in der Kindheit - und auch nur dann - formieren. Sonst bleibt für immer eine Sehschwäche zurück. Sie macht sich vor allem im mangelhaften räumlichen Sehen bemerkbar, das von zwei intakten Augen abhängig ist und eine unabdingbare Voraussetzung für viele Berufe darstellt. Zudem ist die Gefahr einer schwerwiegenden Sehbehinderung größer, wenn wegen einer Verletzung oder Krankheit auch noch das funktionstüchtige Auge Schaden nimmt.

          Neue Technik zeigt, ob Therapie befolgt wird

          Obwohl es die Abdecktherapie schon so lange gibt, weiß man im Grunde bisher wenig darüber, wie gut sie befolgt wird. Seit kurzem sind jedoch Abdeckvorrichtungen verfügbar, die eine Art elektronischen Überwachungsmonitor beinhalten. Er zeichnet genau auf, wie lange das Kind tatsächlich das gesunde Auge abgedeckt hält. Mit Hilfe dieser objektiven Messmethode wurde von der Universitätsaugenklinik in Rotterdam aus durch Huibert Simonsz und Sjoukje Loudon eine europäische Studie initiiert, an der sich auch die Frankfurter Universitätsaugenklinik beteiligte.

          Sie verfügt derzeit als einzige deutsche Klinik über die neue Technik. Insgesamt wurden 310 fehlsichtige Kinder über einen längeren Zeitraum begleitet. Alle drei Monate testete ein Team auf diese Weise das Sehverhalten der Patienten, genauer: in welchem Umfang sie sich an die Therapieempfehlungen hielten. Verstand die Mutter des kleinen Patienten die Landessprache nicht oder kaum, wurden die Vorgaben nur gut zur Hälfte eingehalten. Beherrschte die Mutter die Sprache jedoch, war dies zu fast drei Vierteln der Fall. Außerdem entschied der Schweregrad der bereits vor der Therapie vorhandenen Fehlsichtigkeit über die Bereitschaft der Patienten zum Mitmachen.

          Abdeckstunden von Arzt zu Arzt verschieden

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