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Pollenforensik : Mit Blütenstaub auf Verbrecherjagd

Bild: Isabel Klett

Nicht nur DNA-Spuren, auch Pollen, die an Opfern und Beweisstücken haften, helfen bei der Aufklärung von Verbrechen. Die Palynologin Monika Weber kann schon beim Blick ins Mikroskop häufig den Täter entlarven.

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          Wie ein kleiner weißer Sarg sah die Schachtel aus, in dem das Baby lag. Jäger hatten sie in einem Waldstück gefunden, nicht weit von einem Bahndamm in Niederösterreich. Als sie den Karton öffneten, fanden sie ein totes Kind in ein weißes T-Shirt gewickelt, gebettet auf Heu. Unweit der Schachtel lag ein Damenslip, von der Mutter allerdings gab es keine Spur. Am nächsten Tag klingelte in Wien das Handy von Martina Weber. Ob sie vorbeikommen könne, fragte der Kommissar. Eine Babyleiche, zudem jede Menge Heu. Am Fundort angekommen, nahm sie sofort die ersten Proben.

          Andreas Frey
          Freier Autor in der Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Zehn Jahre ist das her, Martina Weber kann sich noch gut erinnern. Das Baby war einer ihrer ersten Fälle, ein trauriger, aber kein ungewöhnlicher – bis auf das Heu. Die Obduktion hatte ergeben, dass das Mädchen gewaltsam zu Tode gekommen war. Massives Schädel-Hirn-Trauma lautete der Befund der Rechtsmedizin. Es dürfte nur wenige Stunden zuvor geboren worden sein und wäre lebensfähig gewesen. Nun ist Martina Weber keine Polizistin, sondern Forscherin an der Universität Wien. Ihr Gebiet ist die Palynologie, die Wissenschaft vom Blütenstaub. Und Weber ist Expertin für forensische Pollenanalyse: Sie macht Verbrecher dingfest, indem sie Blütenstaubpartikel untersucht, die an Opfern und Beweisstücken haften.

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