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Pechvogel des Jahres 2021 : Kehrtwende über dem Pazifik

  • -Aktualisiert am

Pfuhlschnepfe 4BRWB, vielleicht der berühmteste Vogel des Jahres 2021, ist an seiner bunten Markierung zu erkennen. Den Funksender trägt das Männchen allerdings auf seinem Rücken. Das Foto wurde zu einem früheren Zeitpunkt in Neuseeland aufgenommen. Bild: Mike Vincent

Warum eine Pfuhlschnepfe als Pechvogel zur Internetberühmtheit wurde – und was lange Reiseabenteuer für Zugvögel ihrer Art bedeuten.

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          Unterwegs ist ein Zugvogel Wind und Wetter ausgeliefert. Ideal ist Rückenwind, weil der ordentlich Schub verleiht, was Energie, also Kalorien, spart. Dreht aber der Wind oder kommt ein Sturm auf, sieht es schlecht aus. Normalerweise landen die Langstreckenflieger dann irgendwo, um „abzuwettern“, sprich um darauf zu warten, dass ein neues Hoch- oder Tiefdruckgebiet heranrückt und günstigere Bedingungen mit sich bringt. Einzigartig ist deshalb, was der Zoologe Phil Battley jetzt beobachtete: Er konnte verfolgen, wie ein Zugvogel auf dem Weg nach Süden mitten über dem Pazifik kehrtmacht und rund 2000 Kilometer zurück zum Brutplatz in Alaska fliegt.

          Phil Battley ist Zoologe an der neuseeländischen Massey University in Palmer­ston North und hat mit Kollegen in den vergangenen Jahren an die sechzig Pfuhlschnepfen (Limosa lapponica) mit Satellitensendern ausgestattet. Regelmäßig werden so die Positionen der Vögel an die Empfangsstation gefunkt; die Daten verraten, wann sie losfliegen, wie lange sie unterwegs sind oder wo sie notlanden, wenn das Wetter umschlägt. „Dieses Pfuhlschnepfen-Männchen aber hatte sich entschieden, wegen starken Gegenwinds umzukehren, und ist nach 47 Stunden wieder am Ausgangspunkt angekommen. So etwas haben wir noch nie gesehen“, sagt Battley.

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