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Nachhaltige Holzwirtschaft : Lesen im Geschichtsbuch eines Waldes

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Die Geschichte eines Waldes spiegelt sich in den Baumringen. Bild: dpa

Nachhaltige Forstwirtschaft hat eine lange Tradition. Wie Jahresringe in Eichenholz zeigen, sind manche Wälder in Deutschland und Frankreich bereits im frühen Mittelalter schonend bewirtschaftet worden.

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          Niemals mehr Holz ernten als nachwächst. Schon ehe Forstleute dafür den Begriff „nachhaltig“ geprägt haben, wurde immer wieder angemahnt, Wälder nur auf diese Weise zu nutzen. Denn spätestens seit der frühen Neuzeit ließen prosperierende Städte, vor allem aber Bergwerke und Salinen vielerorts Bau- und Brennholz knapp werden. In Mitteleuropa reicht eine nachhaltige Nutzung von Wäldern noch mindestens tausend Jahre weiter zurück. Das haben Wissenschaftler um Bernhard Muigg und Georgios Skiadaresis von der Universität Freiburg herausgefunden, als sie Jahresringe von Eichenholz aus archäologischen Funden analysierten.

          Bei der nachhaltigen Waldnutzung, der sie auf der Spur waren, handelt es sich offenkundig um sogenannten Mittelwald. Anders als Hochwald, in dem vor allem Bau- und Möbelholz wächst, und Niederwald, der hauptsächlich Brennholz produziert, besteht Mittelwald aus einer Kombination von beidem: Ein Teil der Bäume wird ungefähr alle dreißig Jahre dicht über dem Boden abgehauen, um Brennholz zu gewinnen. Da die stehengebliebenen Stubben von Hainbuchen, Eschen, Eichen und anderen Gehölzen rasch wieder austreiben, lässt sich dreißig Jahre später erneut Holz ernten. Aus diesem Unterholz ragen Bäume in die Höhe, die ungehindert wachsen dürfen. Wenn sie alt geworden sind und dicke Stämme entwickelt haben, können sie Bauholz liefern.

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