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Zivilisationskrankheiten : Wenn Krähen zu viel Fast-Food fressen

  • -Aktualisiert am

Krähen verlassen sich in ihrer Nahrungsbeschaffung gerne auf den Menschen. Bild: dpa

Schlimm genug, dass wir Menschen uns oft so ungesund ernähren. Doch nun zeigt sich: Wir ziehen sogar andere städtische Lebewesen in Mitleidenschaft.

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          Amerikanische Biologen schlagen Alarm: Krähen, die in urbanen Regionen leben, weisen deutlich erhöhte Blutcholesterinwerte auf. Schuld daran sind offenbar die ungesunden Ernährungsgewohnheiten des Menschen. So kann man es den Vögeln freilich nicht verdenken, wenn sie sich lieber über herumliegende Pommes und Hamburgerreste hermachen, als flüchtigem Getier hinterherzujagen. Menschliche Essensreste laufen schließlich nicht weg und leisten auch keine erbitterte Gegenwehr. Da Krähen zudem weit oben in der Nahrungskette stehen, können sie sich überall ungehindert vordrängen und sich dabei die fettesten Brocken sichern.

          In städtischen Gebieten kommen sie diesbezüglich mehr auf ihre Kosten als auf dem Land. Denn dort, wo viele Vertreter der Gattung Homo leben, gibt es meist auch große Mengen an leicht verzehrbarer Kost. Die Biologen wollten ursprünglich herausfinden, ob zwischen dem Lebensraum von Krähen und dem Cholesterinspiegel dieser Rabenvögel ein Zusammenhang besteht. Dies war tatsächlich der Fall. Je näher die Krähen zudem an städtischen Wohngebieten nisteten, desto höher waren die Blutcholesterinspiegel ihrer Nachkommen.

          Mit diesem Ergebnis gaben sich die Forscher allerdings nicht zufrieden. Denn Korrelationen sagen bekanntlich nichts darüber aus, was Ursache und was Wirkung ist. Beispielsweise wäre es auch möglich, dass es Krähen mit hohem Blutfettgehalt in die Stadt zieht. Um mehr Klarheit zu erhalten, versorgten die Biologen mehrere Kräheneltern während der Brutzeit mit Cheeseburgern. Einige Tiere brachten die Beute daraufhin sofort zu ihren Küken, während sich andere, ihrem Ruf als Rabeneltern alle Ehre erweisend, erst einmal satt fraßen. Alle Vogelkinder, auch jene der scheinbar weniger fürsorglichen Eltern, hatten in der Folge deutlich höhere Cholesterinwerte als die Nachkommen von Krähen, die ohne menschliche Hilfe ihre Kinder ernähren mussten.

          Der hohe Blutfettspiegel schien den Küken allerdings nicht zu schaden, zumindest nicht auf kurze Sicht. Vielmehr sollen sich die Kleinen prächtig entwickelt haben. Dennoch raten die amerikanischen Wissenschaftler im Journal „The Condor“ davon ab, wilde Krähen mit Cheeseburgern zu füttern. Schließlich wisse man nicht, wie sich die Kost langfristig auf die Tiere auswirkt. Im Zweifel kommen die Krähen damit besser zurecht als wir. Denn viele lebensstilbedingte Krankheiten, darunter Gefäßverkalkung und Krebs, sollen bei den Rabenvögeln nicht vorkommen.

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