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Konzentration beim Lernen : Bessere Noten nach langen Schulpausen

  • -Aktualisiert am

Volle Konzentration: Die große Pause macht’s möglich. Bild: dpa

Eine Studie zeigt: Durch „kognitive Müdigkeit“ verschlechtert sich die Leistungsfähigkeit von Schülern mit jeder Stunde. Dabei ist das Instrument zur Lösung längst da.

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          Wenn es um die Klausurleistung von Schülern geht, sollte nicht nur die Tageszeit beachtet, sondern auch die optimale Dauer und der Zeitpunkt von Pausen berücksichtigt werden. Das schließen dänische und amerikanische Forscher aus der Analyse von Testresultaten, die sämtliche dänischen acht- bis fünfzehnjährigen Schüler in den Jahrgängen 2010 bis einschließlich 2013 an öffentlichen Schulen abgeliefert haben.

          Insgesamt flossen damit ungefähr zwei Millionen Resultate von standardisierten Klausuren à la Pisatest ein. Wie Francesca Gino von der Harvard Business School in Boston zusammen mit ihren dänischen Kollegen vom Nationalen Zentrum für Sozialforschung in Kopenhagen in den aktuellen „Proceedings“ der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften berichtet, lässt mit jeder verstrichenen Schulstunde vor der Prüfung die Leistungsfähigkeit beim Test um durchschnittlich 0,9 Prozent nach. Die Forscher konstatierten eine Art „kognitive Müdigkeit“, die sich im Laufe des Tages einschleicht.

          Förderliche Pausen vor den Tests

          Allerdings kennt man dieses Phänomen aus psychologischen Studien mit Arbeitnehmern schon lange: Die Konzentrationsfähigkeit und Motivation leiden nach einigen Stunden; gleichzeitig lassen sich die jungen Leute leichter ablenken, werden unkonzentrierter. Ohnehin schwächere Schüler hatten bei den dänischen Tests überdurchschnittlich starke Einbußen über den Tag gerechnet. Aussagekräftiger noch als die Tageszeit waren freilich die Angaben über den Pausenzyklus der Schüler:

          Wenn unmittelbar vor dem Test eine zwanzig- bis dreißigminütige Pause eingelegt wurde, schnitten die Schüler im Schnitt um 1,7 Prozent besser ab als ohne lange Pause.Das galt auch für Tests am Nachmittag. Die Statistik wurde den Wissenschaftlern zufolge um soziale Einflussfaktoren, Wochentage oder Geschlecht bereinigt. Fazit der Forscher: „Mit der Stundenplan-Gestaltung hätten die Schulen ein Instrument in der Hand, die Leistung insbesondere der schwächeren Schüler günstig zu beeinflussen.“

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