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Das Geweih des Riesenhirsches : Zu sperrig fürs Duell?

  • -Aktualisiert am

Vierzig Kilogramm wog das mächtige Geweih des Riesenhirsches, der in Europa vorm Ende der letzten Kaltzeit ausstarb.. Bild: INTERFOTO

Das Geweih des Riesenhirsches diente nicht nur zur Zierde. Wie jüngste Forschungen zeigen, konnten die ausgestorbenen Wildtiere damit auch Kämpfe austragen.

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          Der Riesenhirsch Megaloceros giganteus trug einst ein Mega-Geweih, bis zu dreieinhalb Meter breit und 40 Kilogramm schwer. War diese imposante Konstruktion aber robust genug, um sich damit nach Art der Hirsche zu duellieren? Was bisher fraglich schien, bestätigen nun Wissenschaftler um Ada Klinkhamer von der University of New England in Armidale.

          Die Forscher studierten zum Vergleich auch andere Vertreter der Hirschfamilie. Sie scannten Schädel und Geweihe mit Computertomographen, um dann mit der Finite-Elemente-Methode die Kräfte zu berechnen, die bei typischen Belastungen auftreten.

          Bis der Gegner niedergerungen ist

          Wie Klinkhamer und ihre Kollegen in den „Proceedings of the Royal Society B“ berichten, entpuppte sich das riesige Geweih als kampftauglich – allerdings mit Einschränkungen. Die ausgestorbenen Hirsche mit der Statur eines Elchs hätten nicht so agieren können wie Damhirsche, so die Forscher.

          Geweihe im Vergleich: (a) Megaloceros giganteus (Riesenhirsch), (b) C. elaphus (Rotwild), (c) D. dama (Dammhirsch) and (d) A. alces (Elch)

          Diese eher zierlichen Arten sind die nächsten lebenden Verwandten der Riesenhirsche und ebenfalls mit einem Geweih ausgestattet, das handförmig endet. Wenn sich die fingerartigen Auswüchse mit denen des Gegners verhaken, wird so lange gedrückt und gedreht, bis ein Duellant niedergerungen ist. Wären Riesenhirsche derart aneinandergeraten, wäre ihr ausladendes Geweih wohl zerbrochen.

          Um ihre Kräfte zu messen, hätten Riesenhirsche, die in Europa vor 11.500 Jahren ausstarben, Verzweigungen des Geweihs mit kürzerem Hebelarm nutzen müssen. Den größten Teil ihres Kopfschmucks stellten die Riesenhirsche vermutlich bloß spektakulär zur Schau. Auch Dam- und Rothirsche versuchen zunächst, mit solchem Imponiergehabe den Sieg zu erringen. Nur wenn sie an einen ebenso stattlichen Gegner geraten, ist Kämpfen angesagt. Stets verbunden mit dem Risiko, Verletzungen zu erleiden oder Verluste am knöchernen Kopf.

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