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Idiotisches Unglück : Ist Dummheit männlich?

  • -Aktualisiert am

Särge im Ausstellungsraum eines Bestatters Bild: dpa

Den makaberen „Darwin-Preis“ bekommen Menschen posthum, die etwa beim Öffnen einer selbst gebauten Briefbombe ihr Leben lassen. Die Jury ist ein Haufen Zyniker, die sich jetzt ganz sicher sind: Idiotie ist ausgesprochen männlich.

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          Den Darwinschen Preis erhält nur, wer sich durch eigene Dummheit selbst auslöscht, das persönliche Erbgut also aus dem kollektiven Genpool der Menschheit entfernt. Hierfür kann man sich also nicht persönlich bewerben (Anm.: dafür zahlt es sich für die Hinterbliebenen aus, wenn man Ironie verträgt).  Die Urheber des Preises, allen voran die amerikanische Biologin Wendy Northcutt, halten ein solches Verhalten insofern für lobenswert, als es einen selbstlosen Beitrag zum Survival of the Fittest leistet. Denn mit seiner Tat sorge der Preisträger dafür, dass „ein Idiot weniger überlebt und die Aussichten auf ein langfristiges Überleben der Spezies Homo damit steigen“.

          Über einen Mangel an Kandidaten kann sich das Darwinian-Award Komitee freilich nicht beklagen. In die engere Wahl kommt allerdings nur die „Crème de la Idiotie“. Das heißt: Der Selbsttötungsakt muss von einem erstaunlichen Mangel an gesundem Menschenverstand geprägt sein. Keine Chance hat etwa, wer sich beim Entsichern einer Waffe aus Versehen selbst erschießt. Derartige Malheurs wertet die Jury als beklagenswerte Ungeschicklichkeit, nichts mehr. Ausgezeichnet wurde hingegen unlängst ein Mann, der beim Versuch, das Stahlseil eines Aufzugs zu entwenden, unversehens in die Tiefe rauschte: Denn dummerweise stand er im Lift, als er das Kabel durchtrennte.

          Preisträgergruppe untersucht

          Die gleiche Ehre wurde einem unbeabsichtigten Selbstmord-Attentäter zuteil. Dieser hatte eine Brief-Bombe mit zu wenig Porto versehen und, als die explosive Sendung zurückkam, das Kuvert dann selbst geöffnet. Britische Wissenschafter, unter ihnen der Student Dennis William Lendrem von der Newcastle University, haben  die Zusammensetzung der Gruppe der Preisträger untersucht. Ihr Interesse galt dabei der Frage, welchem Geschlecht der Preis häufiger zugesprochen wird. Die Männer unter 318 einbezogenen Preisträgern erwiesen sich dabei als die klaren Sieger. Sie räumten knapp 89 Prozent der Trophäen ab, stellten die Frauen also klar in den Schatten.

          Wie Lendrem und seine ausschließlich männlichen Kollegen mit britischer Bescheidenheit einräumen, hat ihre Studie einige Limitationen. Dazu zählten vor allem potentielle Vorurteile. So könnten Frauen eher geneigt sein, Männer für den Darwinschen Preis vorzuschlagen als Vertreterinnen des eigenen Geschlechts. Möglicherweise sei auch das Preiskomitee diesbezüglich vorbelastet. Nicht ausschließen ließe sich ferner, dass von Männern begangene Dummheiten vergleichsweise mehr Aufmerksamkeit erhielten und dem Auswahlgremium daher eher zu Ohren zu kämen. Dennoch sehen sie keinen Grund, an der Wahrhaftigkeit ihrer Studienergebnisse zu zweifeln.

          Mögliche Ursache für die Männerlastigkeit der Preisträger gibt es viele, schreiben die Forscher. Hierzu zähle die oft ausufernde Risikobereitschaft des starken Geschlechts, gepaart mit einem zu tiefem Blick ins Glas. Ein weitere Erklärung könnte laut den Wissenschaftlern die „Male Idiot Theory“ - MIT -des New Yorker Cartoonisten John McPherson sein („Women are from Venus, Men are Idiots“). Demnach liegt es in der Natur des Mannes, Dummheiten zu begehen. Zwar häufig zitiert, konnte diese Theorie bislang noch nicht zweifelsfrei bestätigt werden. Um den Erkenntnisgewinn zu beschleunigen, planen die britischen Forscher nun eine weihnachtliche Feldstudie. Darin wollen sie prüfen, ob der Genuss von Alkohol die Chancen, posthum mit dem Darwinian Award ausgezeichnet zu werden, erhöht. Probanden werden noch gesucht, und zwar sowohl männliche als auch weibliche.

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