https://www.faz.net/-gwz-9xc2n

Hoffnung für die Biodiversität : Die Wildnis ist mehr als nur Natur

Der Rotaugenlaubfrosch lebt auf Bäumen in Mittel- und Südamerika. Bild: Getty

Die politischen Weichen für den weltweiten Naturschutz sind gestellt. 30 Prozent der Erdoberfläche sollen zum Schutzgebiet ausgerufen werden. Doch ist der globale Ökozid damit zu stoppen?

          4 Min.

          Die Zeit wird knapp. Im Oktober schon soll das wichtigste Jahr für den weltweiten Naturschutz den Abschluss haben, den man sich unter Ökologen seit dreißig Jahren herbeisehnt: einen völkerrechtlich bindenden Vertrag zur Rettung der biologischen Vielfalt. Dreißig Prozent des Planeten, so lautet das Ziel, sollen auf Dauer vor menschlichen Eingriffen geschützt und damit das historische Artensterben unserer Tage endlich gestoppt werden. Eine Art Pariser Vertrag für die Biodiversität. Konkrete Naturschutzziele auf höchster politischer Ebene.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Zehn Jahre – bis 2030 – will sich die Staatengemeinschaft laut Vertragsentwurf Zeit geben, den Ökozid zu beenden. Das haben die Vertragsstaaten der 1992 in Rio vereinbarten UN-Biodiversitätskonvention (CBD) jüngst so aufgeschrieben. Nimmt man die Gründung der „Globalen Koalition für Biodiversität“ hinzu, die vor wenigen Tagen von der Europäischen Kommission zum Erhalt europäischer Wildnisgebiete gegründet wurde, könnte man auf den Gedanken kommen, dass dieses Jahr das Verhältnis von Mensch und Natur nach Jahrzehnten voller Enttäuschungen wohl wirklich neu und grundsätzlich in Richtung ökologische Nachhaltigkeit geregelt wird. Doch ernste Zweifel bleiben. Es herrscht Misstrauen allenthalben.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Uiguren in einem chinesischen Internierungslager im Jahr 2017

          Kritik der Vereinigten Staaten : Begeht China einen Genozid?

          Umerziehungslager und Zwangssterilisationen: China geht hart gegen die ethnische Minderheit der Uiguren vor. Amerikas scheidender Außenminister spricht von einem Genozid. Was folgt daraus für Joe Biden?
          Das erste Interview nach seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden: Ministerpräsident Armin Laschet in der Düsseldorfer Staatskanzlei.

          Interview mit Armin Laschet : „Auch mit Friedrich Merz“

          Ein Gespräch mit dem neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet über die Einbindung des unterlegenen Konkurrenten, die Kanzlerkandidatur, den Kampf gegen Corona, sein Verhältnis zu Russland, die Seidenstraße – und über Twitter.