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Hirnforschung : Löchrige Hülle für Nerven

  • -Aktualisiert am

Hirnforschung: Funktionieren die Nervenzellen nicht einwandfrei, hat das ernsthafte Konsequenzen Bild: picture-alliance/ dpa

Eine intakte Isolierschicht aus Myelin ist für die einwandfreie Funktion der Nervenzellen im Gehirn sehr wichtig. Bei der multiplen Sklerose kann das Myelin für die schnelle Weiterleitung von Nervenimpulsen nicht mehr gebildet werden.

          Ohne ihre treuen Begleiter, die Gliazellen, stünde es schlecht um die Nervenzellen des Gehirns. Nicht zuletzt fehlte ihren Ausläufern jene Isolierschicht aus Myelin, die für die ordnungsgemäße Funktion unerlässlich ist. Die Myelinschicht ermöglicht eine schnelle Weiterleitung von Nervenimpulsen über weite Strecken. Wie wichtig sie ist, zeigt sich auf fatale Weise bei der multiplen Sklerose.

          Weil die Myelinschicht hierbei infolge einer Autoimmunreaktion verlorengeht, leiden die Patienten unter neuronalen Störungen. Erzeugt wird das Myelin von einer bestimmten Gruppe der Gliazellen, den Oligodendrozyten. Welche Rolle diesen Zellen bei der multiplen Sklerose zukommt, ist noch wenig klar. Göttinger Forscher sind nun auf eine interessante Fährte gestoßen. Demnach scheinen die Gliazellen keine Myelinhülle mehr bilden zu können, wenn bestimmte Zellorganellen, die Peroxisomen, ausfallen.

          Abbau der myelinhaltigen Substanz

          Die Forschergruppe um Klaus-Armin Nave vom Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin untersuchte Oligodendrozyten der Maus. Tiere, deren Oligodendrozyten wegen einer Mutation keine funktionierenden Peroxisomen enthalten, wuchsen zunächst normal.

          Mit zunehmendem Alter kam es aber zu Bewegungsstörungen, und diese Mäuse verendeten recht früh. Wie die Forscher in der Online-Ausgabe von „Nature Genetics“ berichten, kam es zum Abbau der myelinhaltigen weißen Substanz im Gehirn. Außerdem traten Entzündungen auf, wie man sie von Autoimmunleiden her kennt.

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