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Hirnforschung : Der Handycode im Kopf

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Auf den eigenen Klingelton reagiert man schneller. Bild: dpa

Der eigene Klingelton hinterlässt im Gehirn erkennbare Spuren. Wenn wir ihn hören, reagiert das Großhirn extrem schnell und in mehreren Arealen gleichzeitig.

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          Wird das Klingeln des eigenen Handys vernommen, reagieren bestimmte Hirnareale des Menschen deutlich schneller als wenn wir das Klingeln fremder Mobiltelefone hören. Zu diesem Ergebnis sind experimentelle Psychologen aus Leipzig und Osnabrück in einer Studie an einem Dutzend Frauen und Männer gekommen.

          Wie Anja Roye von der Universität in Leipzig und Thomas Gruber von der Universität Osnabrück im Fachmagazin „Journal of Neuroscience“ (doi: 10.1523/jneurosci.1113-10.2010) berichten, reagiert das Gehirn schon 40 Tausendstel Sekunden nach dem Beginn des Klingeltons. Zudem werden deutlich mehr Neurone aktiviert, und zwar nicht nur im auditorischen Kortex, sondern auch in den vorderen Abschnitten des Großhirns. Eine so schnelle und umfassende Reaktion im Gehirn nicht zu beobachten, wenn man seine Aufmerksamkeit bewusst auf den Klingelton einer anderen Person richtet und diesen hört. Auch bei Tierexperimenten hatte man solche Reaktionen nicht festgestellt.

          Herausgefunden haben die Leipziger Wissenschaftler dies, indem sie Versuchsteilnehmern mehrere Handyklingeltöne in einer zufälligen Reihenfolge vorgespielt haben, unter denen sich auch der jeweils eigene der Probanden befunden hat. Gleichzeitig sind mit äßeren Ableitungen der Hirnstromkurven die Aktivitäten der unterschiedlichen Hirnareale aufgezeichnet worden. Die Ergebnisse werden als Beleg dafür gewertet, dass das Gehirn eine Art Klangvorlage des eigenen Handyklingeltons gespeichert hat und deshalb so schnell reagieren kann.

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