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Hirnforschung : Auch ohne Träume läßt es sich leben

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Auch traumlos ist schlafen erholsam Bild: DAK Schläger

Der Krankheitsverlauf einer Schlaganfall-Patientin hat die Forscher möglicherweise auf die Spur gebracht, in welchem Teil des Gehirns Träume entstehen.

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          Der Hinterhauptlappen des Gehirns ist möglicherweise jener Ort, an dem Träume entstehen. Das legen Beobachtungen an einer Patientin nahe, bei der dieses Gebiet infolge eines Schlaganfalls geschädigt worden war. Die Frau litt, wie Claudio Bassetti vom Universitätsspital Zürich zusammen mit anderen Forschern in der aktuellen Ausgabe der "Annals of Neurology" berichtet, zunächst unter Sehstörungen und einseitigen Lähmungserscheinungen. Die Symptome besserten sich innerhalb einiger Tage, aber gleichzeitig trat ein anderes in den Vordergrund: Die Frau träumte nicht mehr.

          Als die Forscher den Schlaf der Patientin überwachten, stellten sie überrascht fest, daß keine Auffälligkeiten zu verzeichnen waren. Auch die durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichneten Phasen traten regelmäßig auf, nur mit dem Unterschied, daß sie nicht mit Träumen verbunden waren. Für Bassetti zeigt das, daß dieser sogenannte Rem-Schlaf, der vor allem vom Mittelhirn und Hirnstamm gesteuert werden dürfte, nicht zwangsläufig mit Träumen einhergehen muß. Der Frau ging es gut, was darauf hindeutet, daß der Mensch längere Zeit auch ohne Träume auskommt. Ein Jahr nach dem Schlaganfall stellten sich bei der Patientin wieder gelegentliche, aber weniger intensive Träume ein.

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