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Grüne Metropolen : Die Würze der Wildnis in der Stadt

  • -Aktualisiert am

Die vertikalen Gärten an Hochhäusern wie hier in Mailand sollen erst der Anfang sein. Künftig soll auch die Natur allein zum Gärtner im Städtedschungel werden. Bild: plainpicture

Noch sind es Experimente, doch die Bereitschaft der Großstädte wächst, spontane Begrünung zuzulassen – Urwüchsigkeit in drei Dimensionen gewissermaßen. So entstehen urbane Milieus, die neu zu entdecken sind.

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          Mehr Grün in der Stadt – das wünschen sich viele Menschen. Gerade in Zeiten des Klimawandels werden grüne Pflanzen dringend in unseren Großstädten gebraucht. Denn sie spenden nicht nur Schatten, sondern kühlen auch die aufgeheizten Städte. Damit der Wasserstrom in den Leitungsbahnen der Gewächse in Gang gehalten wird, muss ständig Wasser verdunsten, was Verdunstungskälte erzeugt. Außerdem bringen Pflanzen mitsamt den Tieren, die an und von ihnen leben, die Stadtbewohner in Kontakt mit der biologischen Vielfalt der Natur. Angesichts der Menschen, die vermehrt in die Städte ziehen, wird dort der Platz für zusätzliche Grünflächen jedoch knapp. Bleibt die dritte Dimension in Form von mehr oder minder hoch aufragenden Mauern und Wänden. Dass mehr Grün und mehr biologische Vielfalt am Mauerwerk sogar kostengünstig zu haben sind, haben Wissenschaftler um Chundi Chen von der Tongji-Universität in Schanghai und Longfei Mao von der Hunan-Universität in Changsha an Chongqing beobachtet. Die mit mehr als acht Millionen Einwohnern größte Stadt im Südwesten von China hat sich ganz von selbst begrünt.

          Chongqing liegt an der Mündung des Flusses Jialing in den Yangtze und wird im Westen wie im Osten von einer Bergkette begrenzt. Wegen des hügeligen Terrains wurde eine Vielzahl von Stützmauern errichtet. Um den Bewuchs dieser und anderer Mauern zu erkunden, haben die chinesischen Forscher bebautes Gelände, Parks und Brachflächen gleichermaßen in ihre Studie einbezogen: Von 136 zufällig ausgewählten Mauern nahmen sie in Chongqing insgesamt 413 Stichproben und erfassten alle dort wachsenden Farn- und Blütenpflanzen.

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