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Glosse : Handhygiene auf dem Campus-WC

  • -Aktualisiert am

Bild: dapd

Männer waschen sich nach dem Toilettenbesuch seltener die Hände als Frauen, zeigen Studien in Campustoiletten. Aber offenbar ist auch entscheidend, wie viele Semester die Probanden schon studieren.

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          Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für Forschung, die wirklich jeden angeht, stellen jetzt Wissenschaftler um Maria Lapinski von der Michigan State University im Magazin „Human Communication Research“ vor. Das Team aus Kommunikationswissenschaftlern, die sich auf die Vermittlung von Gesundheitsrisiken spezialisiert haben, befragte Männer auf dem Uni-Campus in Michigan, wie man es mit dem Händewaschen nach dem Toilettenbesuch halte. Das Ergebnis: Drei Viertel waschen angeblich regelmäßig die Hände. Das fanden die Wissenschaftler zu wenig, sie testeten eine neue Motivationsstrategie. Auf dem Männerklo hängten sie Schilder auf mit dem Text: „Vier von fünf Männern waschen sich die Hände!“ Verdeckte Ermittler im Vorraum der Toiletten registrierten, wie die Männer reagierten. Die Forscher resümieren, die Schilder seien ein voller Erfolg gewesen: Männer, die ihnen ausgesetzt waren, wuschen sich mit größerer Wahrscheinlichkeit die Hände und ließen sogar das Wasser signifikant länger laufen.

          Erstsemester waschen häufiger die Hände als Examenskandidaten

          Derartige Botschaften am stillen Ort seien also ein zukunftsfähiges Konzept für mehr Handhygiene und sukzessive weniger Keime auf Tastaturen und Türklinken. Nun sind die vier amerikanischen Studienautoren nicht die Ersten, die sich an der Handhygiene auf Toiletten abarbeiten. Zuletzt schrieben New Yorker Forscher vor vier Wochen im „American Journal of Infection Control“ nach einer Befragung von dreihundert College-Studenten, dass die Bereitschaft zum Händewaschen mit wachsender Dauer des Studiums sinkt: Erstsemester schrubben demnach noch brav ihre Hände an den Waschbecken der Campusklos, während sie voller Ernst darüber nachdenken, was ihnen die Botschaften an den Innentüren der Kabinen gerade wohl über das Leben, das auf sie wartet, mitgeteilt haben. Junge Erwachsene kurz vor dem Eintritt in die Arbeitswelt sind hingegen, was Toilettenhygiene angeht, längst Zyniker: Wenn sie während einer ihrer Examensklausuren schnell an den stillen Ort eilen, schenken sie Waschbecken und Seifenspender am Ausgang höchstens noch einen mitleidigen Blick.

          Und auch diese Studie ergab, dass nur zwei Drittel der Männer, aber fast neunzig Prozent der Frauen sich nach dem Besuch der Toilette die Hände reinigen. Schilder mit subtilen Botschaften sind also nur eine Lösung. Daneben könnte auch eine Frauenquote - vor allem in bisher von Männern dominierten Bereichen, zum Beispiel Vorstandsetagen - dazu führen, dass man in Zukunft einfach sauberer arbeitet.

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