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Gentechnik : Von Mäusen und „Marathonläufen“

  • Aktualisiert am

Maus oder Marathonmaus? Bild: dpa

Eine gentechnische Veränderung läßt Mäuse doppelt so schnell und so weit laufen wie ihre Artgenossen, zudem verbrennen die Tiere Fett beim Nichtstun. Für Wissenschaftler möglicherweise ein Schritt im Kampf gegen Fettleibigkeit.

          Biowissenschaftlern in den Vereinigten Staaten ist es gelungen, Mäuse gentechnisch so zu verändern, daß sie eine wesentlich größere Ausdauer entwickeln als ihre unbehandelten Artgenossen.

          Die Arbeit zweier Teams habe es ermöglicht, die Mäuse von „Amateur-Joggern in professionelle Marathonläufer“ zu verwandeln, hieß es in einer Studie, die am Montag vom Internet-Magazin „Public Library of Science Biology“ veröffentlicht wurde. Nach Angaben des Leiters der Studie, Ronald Evans vom Salk Institut in San Diego im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien, rannten die genveränderten Mäuse doppelt so schnell und doppelt so weit wie ihre normalen Artgenossen.

          Bislang keine unerwünschten Nebeneffekte aufgetreten

          Laut der Studie konnten die Forschern ein Gen isolieren, das normalerweise nur zum Einsatz kommt, wenn Mäuse einem Ausdauertrainig ausgesetzt sind. Das Gen verbessere die physische Stärke seines Trägers, schrieb Evans. Nebeneffekt sei, daß dieser auch bei Nichtstun Fett verbrenne. Damit könnte es vermutlich im Kampf gegen die Fettleibigkeit eine Rolle spielen.

          Unerwünschte Nebeneffekte seien hingegen noch nicht aufgetreten. Allerdings sei noch unklar, ob das veränderte Gen die Lebenserwartung der Nager verkürze. Nach den Worten Evans entspricht die Manipulation einem genetischen Doping: „Vielleicht lassen sich auf diese Weise eines Tages Olympioniken küren - doch gebt das Training einstweilen noch nicht auf“, riet Evans. Noch sei nicht klar, wie sich die bei Mäusen so erfolgreiche Technik auf den Menschen übertragen ließe.

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