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Ethik versus Genetik : Embryonen im Visier

  • -Aktualisiert am

Eingelagerte Embryonen gibt es wegen der Embryonenschutzregelung in Deutschland möglicherweise nicht mehr als ein paar hundert. Bild: dpa

Auch deutsche Forscher wollen an menschliche Embryonen heran. Noch ist der Gesetzgeber dagegen. Doch Kathargo wird fallen. Ein Kommentar.

          Der römische Senator Cato der Ältere pflegte jede seiner Reden mit dem Satz zu beenden, er sei der Meinung, Karthago müsse zerstört werden. Diese rhetorische Figur scheint jetzt auch in der Debatte um gentechnische Eingriffe an menschlichen Embryonen Schule zu machen. Elf Autoren haben neulich in einem Diskussionspapier der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gefordert, die neuesten und präzisesten Methoden wenigstens an verwaisten Zellen ausprobieren zu dürfen, die bei einer künstlichen Befruchtung übrig bleiben.

          In Ländern wie Großbritannien oder Frankreich ist das mit Einschränkungen bereits erlaubt, in den Vereinigten Staaten zeichnet es sich ab, in China wird nicht einmal darüber diskutiert, sondern längst praktiziert. Hierzulande wird es noch eine Weile dauern, bis die Bedenkenträger kapitulieren. Aber ihre Bastion wird spätestens dann ins Wanken geraten, wenn sich erste klinische Erfolge abzeichnen. Auch Cato hat sich bekanntlich am Ende durchgesetzt: Im Dritten Punischen Krieg wurde Karthago dem Erdboden gleichgemacht.

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