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Gentechnik : Die wahren Herrscher über das Erbgut sind echte Zwerge

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„Genregulation durch RNS-Moleküle” Bild: F.A.Z.

Revolutionieren neue Erkenntnisse die Biologie? RNS-Molküle spielen wohl die entscheidende Rolle beim Zusammenspiel der Gene. Eine vielversprechende Erkenntnis für die Medizin.

          Bis vor kurzem galt als unbestritten, daß Proteine die Herrscher über das Zusammenspiel der Gene sind. Doch in jüngerer Zeit rücken winzige Moleküle aus Ribonukleinsäure (RNS) zunehmend in den Blickpunkt.

          Diese Zwerge, die in einem als RNS-Interferenz bezeichneten Vorgang Gene zum Schweigen bringen können, verändern immer mehr das gängige Bild von der Genregulation. Diese erweist sich nun als wesentlich komplexer als vermutet. Molekularbiologen sprechen daher gern sogar von einer Revolution in der Biologie.

          Krankmachende Gene ausschalten

          Das ganze Ausmaß der genregulatorischen Vernetzung können die Forscher bislang allenfalls erahnen. Sie versuchen aber bereits, die RNS-Interferenz zur Behandlung von Krankheiten zu nutzen. Das erscheint ihnen als höchst attraktiver Weg, krankmachende Gene bei den verschiedensten Leiden wie Krebs, Diabetes und Infektionen gezielt auszuschalten.

          Aus einem langen Vorläufermolekül (1) wird enzymatisch ein kurzes Stück siRNS herausgeschnitten. Dieses verbindet sich mit einem Protein, wobei nur einer der ursprünglich zwei Stränge erhalten bleibt (2). Der Komplex (3) kann fremde RNS (4), etwa diejenige eines Virus, oder zelleigene RNS (5) zerschneiden. Die jeweilige genetische Information kann daher nicht in einem Eiweiß resultieren.

          Zum Beispiel ist es bei Versuchen an Mäusen gelungen, mit winzigen RNS-Stücken den Cholesterinspiegel abzusenken. Zwei amerikanische Firmen wollen demnächst eine auf RNS-Interferenz beruhende Therapie einer Augenerkrankung, der Makuladegeneration, sogar schon beim Menschen erproben.

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