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Ein wahres Feuerwerk : Was im Gehirn passiert, wenn wir uns küssen

Gewitter der Neuronen: So bringt ein Kuss ein Gehirn zum Leuchten. Bild: LookatSciences/laif

Wenn sich Lippen berühren, bricht im Gehirn ein Feuerwerk aus. Nervenzellen und Synapsen befinden sich im Ausnahmezustand. Mit Hilfe moderner Technik können Wissenschaftler die Leidenschaft nun abbilden.

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          Shakespeare bezeichnete das Küssen als ein Hexenwerk der Lippen. Goethe umschrieb es als kleine Kunst und großen Trost. Für die moderne Wissenschaft ist es vor allem eines: eine gewaltige Herausforderung. Denn nachdem Forscher bereits vor einigen Jahren herausgefunden hatten, dass an einem Kuss bis zu drei Dutzend Gesichts- und mehr als hundert weitere Körpermuskeln beteiligt sind, dass er etwa 4000 Bakterien von Mund zu Mund überträgt, dass er chemische Reaktionen im Körper auslösen, Botenstoffe aktivieren und zahlreiche Hormone ausschütten kann, haben sie sich nun seine Folgereaktionen im Gehirn genauer angesehen.

          Stephan Finsterbusch
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dafür haben sie bildgebende Verfahren und spezielle Techniken der Mikroskopie entwickelt. Sie bauten komplizierte Instrumente, schrieben neue Programme für ihre Computer und tüftelten an Algorithmen, durch die es ihnen möglich wurde, einen einfachen Kuss aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten. Sie sehen rund hundert Milliarden Nervenzellen quasi dabei zu, wie sie aus einer leichten Berührung zweier Lippenpaare große Gefühle machen. Das Gehirn wird in eine Art Ausnahmezustand versetzt. Ein Donnerwetter der Synapsen, ein Gewitter der Neuronen.

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