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Fixierung in der Psychiatrie : So verletzbar ist die Freiheit der Person

  • -Aktualisiert am

Ultima ratio auf der geschlossenen Abteilung: Die Zwangsfesselung mit Gurten am Bett Bild: Henning Bode

Wenn Patienten in der Psychiatrie toben, werden sie im Notfall fixiert. Bislang konnten das allein die Ärzte anordnen. Das Verfassungsgericht hat nun anders entschieden. Aber ist das auch die bessere Lösung?

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          Wann kann ich hier raus?“, fragt der Mann mit dem Klinikhemd. Seine Sprache ist zittrig, die Augen scheinen Gespenster an den blassen Wänden zu suchen. Halb aufrecht sitzt er im Bett, die Gurte, die ihn zurückhalten, drücken tiefe Dellen in die Matratze.

          Wir sind im Fixierraum der psychiatrischen Klinik in Hamburg-Ochsenzoll. 633 Behandlungsplätze gibt es hier – und acht Betten mit Gurten. Je nach den Umständen binden die Pfleger sie locker oder fest. Um den Brustkorb, um Arme und Beine und vielleicht auch um Kopf und Hüfte. Dieser Patient ist nur lose fixiert, weil er nicht mehr auf seinen eigenen Beinen stehen kann. Der Mann hat Multiple Sklerose. Die Krankheit zerfrisst nicht nur Nervenbahnen, sie spukt auch im Gehirn. Er kann nicht aufstehen und versucht es doch. Beim letzten Mal hat er sich dabei die Nase gebrochen. Jetzt soll er einfach liegen bleiben, bis Hilfe kommt.

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