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Foto: Getty, Dorling Kindersley: Will Heap, mauritius images / funkyfood Lon, Fotex / westend61, ddp Images,

Am Anfang
war die Ananas

Von GEORG RÜSCHEMEYER
Foto: Getty, Dorling Kindersley: Will Heap, mauritius images / funkyfood Lon, Fotex / westend61, ddp Images,

04.09.2019 · Nie war es einfacher, an tropische Früchte zu kommen. Und nie war die Auswahl so groß. Doch für ihre Erzeugerländer hat der Exotenboom zwiespältige Auswirkungen.

U nbeschreiblich“ fand der britische Naturforscher Alfred Russel Wallace den Geschmack der Durian, der „Königin der Früchte“, als er ihr 1855 auf Borneo erstmals begegnete. In seinem Reisebericht versucht er es dann doch: Das Grundaroma des Marks in der stacheligen Schale der rugbyballgroßen Durian lasse sich noch am ehesten mit einer butterigen Eiercreme mit starkem Mandelaroma vergleichen, „aber darunter mischen sich Schwaden von Aromen, die an Frischkäse, Zwiebelsauce, braunen Sherry und andere Unvereinbarkeiten erinnern. Dann ist da noch eine sonst nirgends zu findende, klebrige Glattheit des Fruchtfleisches, die zu seiner Köstlichkeit beiträgt. Es ist weder sauer, noch süß, noch saftig. Und doch vermisst man keine dieser Qualitäten, denn es ist, so wie es ist, perfekt.“ Je mehr man von der Durian esse, so Wallace weiter, desto weniger könne man aufhören. Dafür gebe es aber auch keinen Grund, denn selbst in großen Mengen erzeuge ihr Verzehr weder Übelkeit noch andere unschöne Nebenwirkungen. „Vielmehr ist der Genuss von Durians eine Erfahrung, für die allein sich eine Reise in den fernen Osten lohnt.“ Bei all dem Lob vergisst der akribische Forscher aber nicht, den Nachteil der Durian zu erwähnen: ihren Geruch. „Vor allem in geschlossenen Räumen ist dieser derart abstoßend, dass sich viele Menschen niemals durchringen könnten, sie zu probieren.“


„Der Genuss von Durians ist eine Erfahrung, für die allein sich eine Reise in den fernen Osten lohnt.“
Alfred Russel Wallace, Naturforscher 1855

Die Frucht des Durianbaums „Durio zibethinus“ stinkt zum Himmel, schmeckt ihren Fans aber himmlisch. Sie ist bis zu vier Kilo schwer, weswegen auf Durian-Plantagen Arbeitshelme Vorschrift sind. Foto: Dorling Kindersley: Dave King

Am Geruch der Durian, der schon mit dem verrottender Zwiebeln, Katzenurins oder Stinkesocken verglichen wurde, scheiden sich auch in ihrer Heimat die Geister. Während Liebhaber für Prachtexemplare seltener Sorten schon mal Hunderte von Euro zahlen, ist auch für viele Südostasiaten die olfaktorische Schmerzgrenze schnell überschritten. Europäer kennen die Durian meist nur aus Fernsehen und Internet. Als „Kotzfrucht“ wurde sie den Insassen des Dschungelcamps vorgesetzt und auf Youtube schon so manche Ekel-Challenge damit bestritten. Zu bekommen ist sie hierzulande aber höchstens tiefgefroren im gut sortierten Asialaden.

Andere Fruchtexoten liegen dagegen auch bei uns schwer im Trend, allen voran Avocados, Mangos, Ananas und Papayas. Diese vier „major tropical fruits“, wie es im Jargon der Welternährungsorganisation FAO heißt, kamen 2017 weltweit auf eine Produktionsmenge von 94 Millionen Tonnen. Mehr als die Hälfte davon waren Mangos, es folgen die Ananas mit einem Anteil von 27 Prozent, die Papaya mit 15 und die in Deutschland so populäre Avocado mit global nur 6 Prozent. Alle übrigen Tropenfrüchte oder „minor tropical fruits“, von denen sich eine Auswahl auf dieser Seite tummelt, brachten es 2017 zusammen auf bescheidenere 24 Millionen Tonnen.

Eine Sonderstellung hat die ursprünglich aus Südostasien stammende Banane. Im Jahr 2017 wurden weltweit 114 Millionen Tonnen davon produziert. Damit hat sie ihren Exotenstatus längst verloren und bildet in den Statistiken eine eigene Kategorie. Unter den mehr als tausend Sorten dominiert heute die nach einem englischen Duke benannte Cavendish-Banane. Sie war lange resistent gegen die von dem Schlauchpilz Fusarium oxysporum f.sp. cubense ausgelöste Panama-Krankheit, welche die bis Mitte des 20. Jahrhunderts marktbeherrschende Sorte Gros Michel an den Rand der Ausrottung gebracht hatte.

Banane und Ananas sind die Klassiker unter den Tropenfrüchten. Sie beanspruchen in den Herkunftsländern riesige Flächen, bringen aber auch Einkommen für Kleinbauern. Foto: imago images

Doch nun ist auch die Sorte Cavendish von einer anderen, „TR4" genannten Rasse des gleichen Pilzes bedroht, gegen den es kein Fungizid gibt. Hatte TR4 Anfang des Jahres nur Plantagen in Südostasien und Moçambique befallen, ist er im Juni auch in Kolumbien gesichtet worden. In Mittelamerika ist damit das Hauptanbaugebiet der in Europa verspeisten Bananen in Gefahr. Allein nach Deutschland gingen zuletzt 1,3 Millionen Tonnen Cavendish-Bananen, alle übrigen Tropenfrüchtchen bringen es hierzulande zusammen auf gerade einmal 300 000 Tonnen.

Besonders einträglich ist dabei das Exotengeschäft für Importeure von Früchten, denen man nachsagt, ihr Verzehr sei besonders gesund, etwa die Açai- oder die Goji-Beere. Die versprochenen Gesundheitsvorteile sind in der Regel allerdings fragwürdig und teilweise längst widerlegt. Tatsache ist, dass tropische Früchte oft viele Vitamine enthalten. Doch der Bedarf daran lässt sich problemlos auch mit einheimischen Gewächsen decken. Was als Verkaufsargument für Exoten bleibt und eigentlich auch reichen könnte, ist das Geschmackserlebnis.

Südchina Südchina:

Litschi

Indien Indien

Mango

Südostasien: Südostasien:

Rambutan
Bananen
Sternfrucht
Kaki
Durian-Frucht



Zentralamerika: Zentralamerika:

Avocado

Mexiko Mexiko:

Avocado

Südamerika Südamerika:

Passionsfrucht
Acai
Drachenfrucht
Physalis
Ananas

Mittelamerika Mittelamerika:

Papaya
Drachenfrucht
Bananen

Von wo kommen die tropischen Früchte ursprünglich? Grafik: Kim Müller
Südchina Südchina:

Litschi

Indien Indien

Mango

Südostasien: Südostasien:

Rambutan
Bananen
Sternfrucht
Kaki
Durian-Frucht



Zentralamerika: Zentralamerika:

Avocado

Mexiko Mexiko:

Avocado

Südamerika Südamerika:

Passionsfrucht
Acai
Drachenfrucht
Physalis
Ananas

Mittelamerika Mittelamerika:

Papaya
Drachenfrucht
Bananen

Von wo kommen die tropischen Früchte ursprünglich? Grafik: Kim Müller

V or der Ära der Dampfschifffahrt musste man sich dazu wie weiland Alfred Russel Wallace selbst in die fernen Länder begeben. Vom Aroma der Ananas etwa konnten zunächst nur Seefahrer schwärmen. Zwar wurde die Pflanze schon im 16. Jahrhundert in andere tropische Kolonien gebracht, doch auf dem Weg nach Europa vergammelten die empfindlichen Früchte schnell. Für die Daheimgebliebenen blieb sie eine von vielen Legenden aus der neuen Welt. Erst 1661 gelangte die erste reife Ananas nach England, so dass König Karl II. davon kosten konnte. Etwas später glückte dann zunächst in den Niederlanden ihre Kultivierung in aufwendig beheizten Gewächshäusern, und so wurde die Ananas im 18. Jahrhundert zum Statussymbol der Superreichen. Der Herzog von Bouillon ließ 1782 einem Augenzeugen zufolge 4000 Töpfe mit Ananas-Stauden pflegen und täglich acht bis zehn Früchte servieren. Beim gemeinen Volk, das nicht einmal genug Brot hatte, kam derlei nicht gut an.


Heute befeuert Ananas-Neid keine Revolutionen mehr, im Supermarkt ist die Frucht der zur Ordnung der Süßgrasartigen gehörenden Art Ananas comosus für wenig mehr als einen Euro zu haben. Tropenfrüchte werden heute kostengünstig in Kühlschiffen und unter Schutzatmosphäre gen Norden geschippert.

  • Der Rambutan aus Südostasien schmeckt ein bisschen wie die Litschi und gehört wie diese zu den Seifenbaumgewächsen. Die Haare auf der Schale geben ihr das besondere Aussehen, vertrocknen aber schnell. Foto: imagebroker/Dieter Heinemann
  • Die Avocado entfaltet ihren gar nicht fruchtigen, sondern vielmehr herzhaften Geschmack erst mit ein bisschen Salz. Foto: Your Photo Today
  • Die Physalis oder Kapstachelbeere ist ein essbares Nachtschattengewächs aus der Gattung der Blasenkirschen aus Südamerika. Zur gleichen Gattung gehört die Lampionblume Physalis alkekengi, eine beliebte Zierpflanze, deren Beeren aber leicht giftig sind. Foto: Harms, D./juniors@wildlife
  • Die Papaya stammt aus Mittelamerika. Vor allem Schale und Kerne enthalten Papain, ein eiweißspaltendes Enzym. Fleisch in Papaya-Marinade wird dadurch besonders zart. Foto: Dorling Kindersley: Will Heap
  • Acai, die „Wunderbeere aus Brasilien“, war kürzlich Gegenstand einer Warnung der Verbraucherzentrale: Dafür, dass sie Krebs heilen, schlank machen, die Haut faltenfrei halten oder vor Herzkrankheiten schützen könne, gibt es keine Belege. Dafür wurden wiederholt Mineralölrückstände nachgewiesen. Foto: mauritius images / funkyfood Lon
  • Die Passionsfrucht oder Maracuja verleiht Säften und Joghurt exotische Säure. Passiflora edulis kommt ursprünglich aus Brasilien, Argentinien und Paraguay. Foto: Getty

Besonders einfach ist das für sogenannte klimakterische Früchte wie Mango, Banane oder Avocado, die anders als etwa Ananas und Litschi nach der Ernte noch nachreifen. Sie werden unreif geerntet und erst im europäischen Lagerhaus, meist unter Begasung mit dem Pflanzenhormon Ethylen, zur Reife gebracht. Inwieweit es derart nachgereifte Früchte geschmacklich mit bereits reif gepflückten aufnehmen können, ist ein Glaubensstreit. Die steinharten, fast geschmacksneutralen Mangos, die im Supermarkt oft als „essreif“ angepriesen werden, sprechen jedenfalls nicht dafür, dass das großtechnische Nachreifen in der Praxis stets gelingt. Zwar reift eine harte Mango auch in der heimischen Obstschale noch nach. Doch allzu leicht verpasst man das kurze Zeitfenster, in dem die Früchte nicht mehr hart, aber auch noch nicht angegammelt sind. Wie auch mit Orangen hat der Kauf von Mangos etwas von einem Glücksspiel: Nach einer Serie Nieten zieht man manchmal das große Los.

Echte Afficionados schwören ohnehin auf Mangos, die per Luftfracht zu uns kommen. Nun mag Flugobst süßer schmecken, für die Umwelt jedoch ist es bitter. Eine kürzlich vom Schweizer Fernsehen in Auftrag gegebene Ökobilanzierung ergab für Flugmangos eine rund zehnmal so große Umweltbelastung wie für Schiffmangos. Letztere schneiden infolge der durch die großen Mengen bedingte höhere Effizienz ihrer Erzeugung sogar besser ab als heimische Erdbeeren – und erst recht besser als solche, die außerhalb der Saison aus dem Gewächshaus kommen. Unbezifferbar in solchen Ökobilanzen allerdings der Impact jener schlecht nachgereiften Mangos oder faden Wintererdbeeren, die mangels Geschmack ungegessen im Bioeimer landen.

Ökologisch bedenklich sind Exoten aber nicht nur wegen der langen Transportwege. Auch die Anbaubedingungen mancher Tropenfrüchte vor Ort stehen angesichts der stetig steigenden Nachfrage vermehrt in der Kritik. Besonders hart traf diese zuletzt die Avocado wegen ihres Wasserverbrauchs. Andere Früchte bringen darüber hinaus noch andere Probleme mit sich. In Costa Rica etwa stieg die Produktion von Ananas in den letzten drei Dekaden annähernd um den Faktor 300, inzwischen wächst die Frucht dort auf mehr als 40.000 Hektar Land. Davon profitierte neben den Farmern vor allem einer: der Gemeine Wadenstecher.

  • Die Litschi stammt vermutlich aus Südchina und lässt sich pellen wie ein gekochtes Ei. Foto: imagebroker/Dieter Heinemann
  • Die asiatische Kaki gedeiht auch in Spanien und sogar am deutschen Oberrhein. Zu ihren Zuchtformen gehören Honigapfel, Persimone oder die kernlose Sharon. Foto: Kai Schwabe/Westend61/F1online
  • Die Sternfrucht oder Karambole aus Südostasien fristet seit Jahrzehnten ein Dasein als sauer-fade Deko an Drink-Gläsern. Nachgereift wird sie gelb und dann ganz lecker. Allerdings sollten sich Menschen mit Nierenschaden von ihr fernhalten. Foto: Getty
  • Die Mango kommt ursprünglich aus Indien. In Südamerika isst man sie auch unreif, dann wird sie aber mit Begeisterung gesalzen. Foto: Getty
  • Die Drachenfrucht oder Pitahaya sprießt an Kakteen der Gattung Hylocereus aus Süd- und Mittelamerika. Man löffelt sie wie eine Kiwi. Manche finden sie mild, die meisten fad, aber sie sieht toll aus. Foto: www.fotex.de
  • Die Ananas ist ein Klassiker unter den Tropenfrüchten. Sie beansprucht in den Herkunftsländern riesige Flächen, bringt aber auch Einkommen für die Kleinbauern. Foto: ddp Images

Denn Ananasschösslinge wachsen schnell heran, die erste Ernte ist schon nach einem Jahr möglich. Danach lässt die Produktivität aber schnell nach, weshalb man die Pflanzen schon ein halbes Jahr später nach der zweiten Ernte umpflügt, um neuen Schösslingen Platz zu machen. Das in dem feuchtheißen Klima vergammelnde Pflanzenmaterial ist nun eine ideale Brutstätte für die Stechfliege „Stomoxys calcitrans“, den auch in Mitteleuropa heimischen Wadenstecher. Diese normalen Stubenfliegen ähnlich sehenden Blutsauger wurden durch den Ananas-Boom zu einer wahren Landplage und suchen zu Millionen benachbarte Rinderfarmen auf, wo sie die Kühe derart piesacken, dass sie kaum noch Milch geben oder Fleisch ansetzen und durch von den Insekten übertragene Krankheiten dahinsiechen. Die Stechfliegen führen so zu erheblichen Konflikten zwischen Ranchern und Ananas-Farmern. Zwar lassen sich die abgeernteten Felder mit Insektiziden behandeln, doch das führt natürlich zu wieder anderem Ärger.

Trotzdem sei es fehl am Platze, dem Konsumenten von Tropenfrüchten ein schlechtes Gewissen einzureden, meint Joachim Sauerborn, Professor für tropische Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim. „Der Anteil an Früchten an der landwirtschaftlichen Produktion tropischer Länder ist gering. Wir könnten hierzulande komplett auf tropische Früchte verzichten, der Einfluss auf das Klima wäre vermutlich nicht messbar“, sagt er. Sehr viel schädlicher sei die Erzeugung tropischer Massenprodukte wie Soja oder Palmöl. Um etwa die trotz seines fiesen Ökoimages stetig steigende Nachfrage nach Palmöl befriedigen zu können, müssten die Anbauflächen unvermeidlich ausgeweitet werden. Um dies nach außen als ökologisch vertretbar darstellen zu können, seien intakte Regenwälder allerdings tabu, so Sauerborn. „Also wird die notwendige Fläche auf bisherigen Kautschukplantagen gewonnen. Für den Kautschuk wiederum wird dann der intakte Regenwald gerodet.“ Dass auch Autoreifen und Einmalhandschuhe aus Latext zu den Feinden des Orang-Utans zählen, hat sich nur noch nicht so weit herumgesprochen. Mit einer Verkehrswende in Deutschland könne man gleich mehrere Fliegen auf einen Schlag erledigen, so Sauerborn. Denn weniger Autos bedeuteten auch weniger Kautschuk und gleichzeitig weniger Palmöl als Beimischung in Bio-Diesel.


„Wir könnten hierzulande komplett auf tropische Früchte verzichten, der Einfluss auf das Klima wäre vermutlich nicht messbar.“
Joachim Sauerborn, Professor für tropische Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim

Und anders als Palmöl würden tropische Früchte, ebenso wie Kaffee und Kakao, zu einem Großteil von Kleinbauern erzeugt, sagt Sauerborn. „Sollten wir in Europa auf diese Früchte verzichten, bedeutet das auch weniger Einkommen vor Ort.“ Von dort aus sei man dann schnell bei Themen wie Flucht und Migration.


In vielen Ländern bleibt ein Großteil der Produktion ohnehin im eigenen Land. Indien etwa, der weltweit mit Abstand größte Produzent von Mangos, exportiert nur einen Bruchteil seiner Früchte ins Ausland. Von anderen, womöglich unglaublich leckeren Tropenfrüchten bekommt man hierzulande erst gar nichts mit, weil sie sich selbst im Flugobst-Zeitalter kaum transportieren lassen.

Ein gewichtiges Beispiel hierfür ist der Cashew-Apfel. Dabei handelt es sich um die aus einem verdickten Fruchtstil bestehende, einem schönen gelben bis roten Apfel ähnelnde Scheinfrucht des südamerikanischen Cashew-Baums. An ihr baumelt wie ein eher weniger schönes Anhängsel der grün umhüllte Samen, der als geröstete Cashew-Nuss in alle Welt exportiert wird. Cashew-Äpfel haben dem Vernehmen nach einen sehr leckeren, intensiven Fruchtgeschmack, jedoch auch einen großen Haken: Sie fangen nur Stunden nach der Ernte an zu gären und sind dann kaum noch zu gebrauchen. Allein in Brasilien verrotten deshalb jährlich rund zwei Millionen Tonnen reifer Cashew-Äpfel ungenutzt. 2014 startete der Pepsi-Konzern eine Initiative, um aus vor Ort verarbeitetem Cashew-Apfelsaft ein neues Trendgetränk zu kreieren. Ein Problem bleibt der durch Gärung entstehende Alkohol, der in Softdrinks äußerst unerwünscht ist. Inzwischen vermarktet Pepsi Cashew-Saft bereits in Indien, kleinere Firmen versuchen das Gleiche in Afrika und Südamerika.

In Deutschland muss man noch ins Internet, um Saft, Sirup oder Fruchtaufstrich aus Cashew-Äpfeln zu erstehen. Die Kundenbewertungen für eines der Cashew-Saft-Konzentrate erinnern allerdings ein wenig an die ästhetische Kontroverse um die Durian: Sie reichen von „super lecker und gesund“ über „einfach nur sauer, ohne weiteren Geschmack“ bis zu „beinahe untrinkbare Grütze“.

Quelle: F.A.S.

Veröffentlicht: 05.09.2019 14:25 Uhr