https://www.faz.net/-gwz-7mzwp

Epigenetik : Väter, lebt gesund!

  • -Aktualisiert am

Übergewicht bei Vätern könnten auch beim Menschen die Gesundheit der Kinder beeinflußen. Bild: Rüchel, Dieter

Die Ernährung der Eltern hat Einfluss auf die Genetik ihrer Nachkommen - was man von Müttern seit Längerem weiß, konnte im Tierversuch nun auch für Väter gezeigt werden.

          1 Min.

          Übergewicht, schnelles Altern, Krebs: Der Nachwuchs von ungesund lebenden Vätern hat oft selbst mit gravierenden gesundheitlichen Problemen zu kämpfen - das hat sich zumindest bei Experimenten mit Ratten gezeigt. Eine australische Forschergruppe hat für eine Studie im Fachmagazin „FASEB“ männliche Tiere durch fettreiche Kost zu übergewichtigen Diabetikern herangezogen. Deren Nachkommen zeigten von Geburt an eine veränderte Genexpression, die der ihrer kranken Väter glich, obwohl sie ohne Übergewicht zur Welt kamen. Vor allem in Zellen der Bauchspeicheldrüse und des Fettgewebes zeigten sich solche Veränderungen. Auch Gene, die mit vorzeitiger Alterung, Krebs und chronischen degenerativen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden, waren betroffen.

          Solche epigenetischen Effekte wurden bislang vor allem bei Müttern untersucht. Dabei werden Eigenschaften vererbt, die sich nicht im Buchstabencode der DNA äußern, sondern durch das Anheften kleiner Moleküle wie Methyl- oder Acetylgruppen an das Erbgut entstehen. Sie verändern die Zugänglichkeit der Erbinformation und damit die Rate, mit der sie abgelesen wird. Anders als genetische Mutationen werden epigenetische Veränderungen durch die Lebensweise beeinflusst. So zeigten die Nachkommen von Frauen, die während der Blockade durch die Wehrmacht im Winter 1944/45 in den besetzten Gebieten Hollands schwanger waren, durch die Mangelernährung ihrer Mütter eine hohe Rate an verschiedenen Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Neigung, daran zu erkranken, vererbte sich bis in die dritte Generation weiter.

          Dass auch die Ernährung und die Lebensweise der Väter einen Einfluss auf die Gesundheit der nächsten Generation hat, wurde seit längerem vermutet. Mit der nun vorliegenden Arbeit sei ein wichtiger Schritt getan, um diese Mechanismen besser zu verstehen, sagt Margaret Morris, Ko-Autorin der Studie. Es müsse daran angeknüpft werden, um herauszufinden, wann und wie man in das Verhalten der Väter eingreifen kann, um den Schaden für ihren Nachwuchs zu minimieren.

          Weitere Themen

          Wer wird First Lady? Video-Seite öffnen

          Melania Trump und Jill Biden : Wer wird First Lady?

          Auch nach vier Jahren als First Lady im Weißen Haus ist Melania Trump vielen ein Rätsel geblieben. Bald könnte die 69-jährige Jill Biden ihren Platz einnehmen. Die beiden Politikergattinnen könnten unterschiedlicher kaum sein.

          Topmeldungen

          Vor der Wahl in Amerika : Welcome to Trumpland

          In Pennsylvania steht im Garten eines Hauses eine überdimensionale Trump-Figur. Sie ist ein Besuchermagnet für eingefleischte Fans des Präsidenten. Über einen Ort voller Enthusiasmus, Hoffnung und bedingungsloser Liebe.

          Deutsche Bank : Corona lässt die Kasse klingeln

          Einen so hohen Gewinn hätte der Deutschen Bank im dritten Quartal kaum jemand zugetraut. Vor allem ein Geschäftsbereich boomt - doch gerade das könnte zum Problem werden.
          „Ich will Apothekerin sein, keine Esoterik-Tante“, sagt Iris Hundertmark, 46, in ihrer Apotheke in Weilheim in Oberbayern. Seit zwei Jahren hat sie keine Globuli mehr in der Schublade.

          Homöopathie : Allein gegen die Globuli

          Iris Hundertmark ist vermutlich die einzige Apothekerin Deutschlands, die keine homöopathischen Präparate im Regal hat. Das hat ihr eine Morddrohung gebracht. Und steigende Umsätze.
          Weil die Schnelltests dann am sichersten sind, wenn die Viruslast bereits hoch und der Infizierte wirklich infektiös ist, sind Antigentests sogar besonders geeignet, akute Risiken schnell zu erkennen: Ein Mädchen in Delhi lässt sich testen

          Viren-Schnelltests als Chance : Raus aus dem Schlamassel!

          Weniger Lockdown-Streit, mehr Pragmatismus wagen in der Pandemie: Wieso Schnelltests rasch helfen sollten, das Leben mit dem Virus erträglich und sicherer zu machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.