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Doping : Eine Pille statt Training

  • -Aktualisiert am

Rennen, ohne wirklich müde zu werden: eine gedopte Maus im Laufrad Bild: Salk Institute

Dopingkontrolleure wird diese Errungenschaft um den Schlaf bringen: Amerikanische Forscher haben eine „Trainingspille“ für Mäuse entwickelt, die ganz ohne Training zu einer gewaltigen Steigerung der körperlichen Ausdauer führt.

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          Die körperliche Fitness und Ausdauer ganz ohne lästiges Training gewaltig zu steigern, indem man schlichtweg ein paar Pillen schluckt – dieser Wunsch vieler Menschen könnte nun in Erfüllung gehen. Bei Mäusen jedenfalls haben amerikanische Forscher eine solche „Trainingspille“, die Dopingkontrolleuren manchen Albtraum bescheren dürfte, mit Erfolg getestet. Wie die Gruppe um Ronald Evans vom Salk Institute in La Jolla, Kalifornien, in der Online-Ausgabe der Zeitschrift „Cell“ berichtet, entwickelten die Nager eine erstaunliche Ausdauer und absolvierten eine Art Marathon im Laufrad.

          Grundlage für die Experimente war eine frühere Beobachtung an genetisch veränderten Mäusen. Tiere, bei denen ein als PPAR-delta bezeichnetes Gen ständig abgelesen wurde, erwiesen sich als überraschend fit. Zum einen schienen ihre Muskeln kaum zu ermüden, zum anderen blieben die Tiere schlank, auch wenn sie eine kalorienreiche Nahrung zu sich nahmen, die bei Artgenossen zu Fettleibigkeit führte. Vom PPAR-delta-Gen weiß man, dass es die Aktivität einer Reihe weiterer Gene steuert, die eine wichtige Rolle im Stoffwechsel von Muskelzellen spielen.

          Ausdauer um 77 Prozent gesteigert

          Die Forscher untersuchten, ob sich ein entsprechender Effekt auch ohne Eingriff ins Erbgut erzielen lässt, also ohne „Gendoping“, das beim Menschen in dieser Form unpraktikabel wäre. Hierfür bot sich eine Substanz mit der Laborbezeichnung GW1516 an, die als Mittel gegen Stoffwechselkrankheiten getestet wird. Ähnlich wie körperliches Training wirkte sie sich tatsächlich günstig auf die Blutfette und den Blutzucker aus. Die Muskelleistung selbst stieg aber nur an, wenn die Tiere auch ein Laufrad betätigten. Dann allerdings war die Wirkung dramatisch – die Ausdauer nahm um 77 Prozent zu.

          Wenn Muskeln arbeiten, tritt nach einiger Zeit ein Enzym in Aktion, das den zellulären Energievorrat wieder auffüllt. Es schlüpft zudem in den Zellkern und schaltet das PPAR-delta-Gen an. Mit einer künstlich hergestellten Substanz namens AICAR, die ähnlich wirkt wie das Enzym, ließen sich die Muskelzellen überlisten: Völlig ohne Training im Laufrad hatten die Mäuse nach einem Monat eine um 44 Prozent höhere Ausdauer. Den Forschern ist bewusst, dass GW1516 und AICAR manchen Sportlern als Dopingmittel verlockend erscheinen werden. Sie arbeiten daher fieberhaft an einem praktikablen Test.

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