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Die lieben Kleinen (6) : Schlaf, Kindlein, schlaf

  • -Aktualisiert am

Wenn es nur so einfach wäre ... Bild: Isabel Klett

Frischgebackene Eltern wirken oft wie gerädert. Das hat seinen Grund: Der Nachwuchs hält sie nachts auf Trab. Was kann man dagegen tun? Hilfreich ist wie immer ein verläßlicher Tagesablauf: möglichst zur gleichen Zeit und am selben Ort.

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          Es klingt vielleicht etwas hart. Aber am liebsten haben viele Eltern ihre Kleinen, wenn die endlich im Bett liegen und schlummern. Das war so, das ist so, das wird so bleiben - davon zeugen schon die vielen Lieder über Sternlein, Lämmlein und Männer im Mond, die dabei helfen sollen, diesen friedlichen Zustand zu erreichen. Auch Besuch, der den Nachwuchs bestaunen kommt, fragt spätestens nach "Wie heißt es denn?" und "Wem sieht es denn nun ähnlich?": "Schläft es schon durch?"

          Nein, meistens nicht. Je nachdem, welcher Studie man glauben darf, wacht rund ein Drittel aller Kinder nachts mehrmals auf. Neugeborene tun das fast immer, Kindergarten- und Schulkinder fast nie. Allerdings: Genaugenommen schläft auch unser neugieriger Besucher nicht durch, die Eltern nicht, niemand. Ein Erwachsener wacht im Durchschnitt alle anderthalb Stunden auf, wenn ein Zyklus aus Tiefschlafphase und Traumschlaf herum ist. Hindern ihn keine Einbrecher oder kalten Füße, nickt er sofort wieder ein, ohne sich morgens daran zu erinnern.

          Träumen sie tatsächlich?

          Dieses scheinbare Durchschlafen beherrschen Babys noch nicht. Sie schlafen weniger tief, träumen häufiger und mehr - auch wenn kein seriöser Wissenschaftler entscheiden mag, ob sie tatsächlich und, wenn ja, was sie träumen oder ob ihr kleines Gehirn schlicht und einfach Reize verarbeitet und Nervenbahnen trainiert.

          Sie schlafen in jedem Falle sehr unruhig und wachen bis zu acht-, neun-, zehnmal pro Nacht kurz auf. Und meistens ist ihnen irgend etwas in dieser neuen Welt zu kühl, zu warm, zu laut, zu unheimlich. Oder ihre schnell wachsenden Körper melden schlicht und einfach: Hunger. Außerdem muß sich ihre innere Uhr vom Bauch- aufs Erdenleben umstellen, also unter anderem auch darauf, daß nachts alle schlafen und keiner mit ihnen schmust und singt.

          Ins Bett, wenn sie müde sind

          Mit der Zeit wird sich das allmählich legen. Aber wann? Das hat sich schon mancher verzweifelte Elternteil gefragt. Rein organisch sollte es nach sechs Monaten soweit sein. "Spätestens", sagt mancher Fachmann. "Seelisch", behaupten allerdings andere, könne ein Kind das frühestens mit einem Jahr. Eltern wissen ohnehin: Jedes Kind ist anders. Julius zum Beispiel war ein ruhiges, mit sich zufriedenes Kerlchen und schlummerte seit der ersten Nacht sieben Stunden am Stück. Der kleine Bruder Peter dagegen schläft auch heute als Zweijähriger noch wenig und schlecht. Mona schläft nicht vor Mitternacht ein, Emma ist nachts oft wach, spielt oder weint, und für den bald dreijährigen Johannes beginnt sommers wie winters der Tag um halb fünf.

          In vielen Ländern der Erde geht man die Frage, wann Kinder in die Falle müssen, eher gelassen an. Ob in Asien, in Ostafrika oder bei den Yupuama-Indianern in Venezuela: Die Kleinen kommen ins Bett, wenn sie müde sind, und nicht, weil es zwanzig Uhr ist und die "Tagesschau" beginnt. Ein- und Durchschlafstörungen, wie sie Umfragen zufolge bei uns etwa zehn Prozent aller kleinen Kinder haben, kennt man dort nicht. Oder sieht zumindest kein Problem darin. Denn natürlich schlafen manche Kinder auch schon mal dauerhaft schlecht, meist weil sie organisch krank sind und deshalb im Schlaf zuwenig Luft bekommen.

          Drehen und wenden, um nicht zu ersticken

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