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Walhai und Megalodon : Giganten der Weltmeere

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Der Walhai (Rhincodon typus) wirkt respekteinflößend und ist doch völlig harmlos. Hier schwimmt ein männliches Exemplar in den Gewässern vor Qatar. Bild: David Robinson

Die größten Fische der Ozeane waren früher außerordentlich gefährlich – ganz anders als heute der Walhai, dessen größter Feind der Schiffsverkehr zu sein scheint.

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          Mit einer Länge von bis zu 18 Metern ist der Walhai der größte Fisch, der heutzutage die Ozeane bevölkert. Ähnlich wie der Blauwal lebt dieser imposante, aber völlig harmlose Hai von Plankton, das er aus dem Wasser filtert. Dass der filigrane Filterapparat seiner Kiemen nicht zu rasch verstopft, erreicht er mit einer raffinierten Querstromfiltration. Obwohl der Walhai, wissenschaftlich Rhincodon typus genannt, in warmen Meeresgebieten rund um den Globus heimisch ist, listet ihn die „International Union for Conservation of Nature“ (IUCN) als gefährdet. Denn sowohl im Atlantik als auch im Indischen und Pazifischen Ozean schrumpfen die Populationen. Dass tödliche Kollisionen mit Schiffen beträchtlich dazu beitragen, hat kürzlich ein internationales Forscherteam herausgefunden.

          Kommen Walhaie kleinen Booten in die Quere, hat ein Zusammenstoß selten fatale Folgen. Das betroffene Tier bleibt jedoch zeitlebens von Narben gezeichnet. Nach der Kollision mit einem Containerschiff verschwindet der tödlich verletzte Walhai dagegen spurlos, weil er schnell in die Tiefe sinkt. Um herauszufinden, wo besonders große Gefahr droht, haben die Wissenschaftler um Freya Womersley von der University of Southampton und Nicolas Humphries von der Marine Biological Association of the United Kingdom in Plymouth die Schiffsbewegungen im Verbreitungsgebiet des Walhais analysiert. Dabei griffen sie auf Daten der automatischen Identifikationssysteme zurück, die für größere Handelsschiffe verpflichtend sind. Wo sich die Fische herumtreiben, verrieten Aufzeichnungen des „Global Shark Movement Project“: Mit entsprechenden Sendern ausgestattet, wurden für die Studie weltweit mehr als dreihundert Walhaie regelmäßig über Satelliten geortet.

          Die bislang unterschätze Gefahrenquelle für Walhaie

          Wie Womersley und ihre Kollegen in den „Proceedings“ der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften berichten, verbrachten die unter Beobachtung stehenden Haie fast die Hälfte der Zeit in so geringen Tiefen, dass sie großen Schiffe gefährlich nahe kamen. Da Frachtschiffe und Tanker meist zehnmal so schnell unterwegs sind wie die riesigen Fische, haben Walhaie kaum eine Chance auszuweichen.

          Zu den Gebieten, in denen sich Walhaie besonders zahlreich tummeln, zählen der Golf von Mexiko, der Persische Golf, das Rote Meer, der Golf von Kalifornien und die Umgebung der Philippinen. Häufig überlappen diese Hotspots mit viel befahrenen Meeresgebieten. Auch auf ausgedehnten Wanderungen kreuzen Walhaie oft stark frequentierte Schiffsrouten. Bei sieben Satellitensendern ließen die letzten empfangenen Signale darauf schließen, dass ihre Träger nach einer tödlichen Kollision in die Tiefsee hinabgesunken sind. Auch die übrigen Sender haben häufig gerade dann ihre Arbeit eingestellt, wenn der entsprechende Walhai eine verkehrsreiche Schiffsroute erreicht hatte.

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