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Der automatische Übersetzer : Was sagt der Professor da nur?

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„Ähs“ und „Hmms“ sind schlecht. Fremdworte auch. Und Witze gehen schon gar nicht, denn da streikt das Programm. Bild: Getty

Wenn zwei sich nicht verstehen, weil sie verschiedene Sprachen sprechen, wäre ein automatisches Übersetzungsprogramm eine feine Sache. Aber Sprachen folgen eigenen Regeln. Kann der Computer da mit?

          Die meisten wollen nach Amerika: Dort gibt es mehr als doppelt so viele ausländische Studenten wie bei uns. Doch auch deutsche Universitäten sind beliebt. Zum Beispiel, weil das Studieren und Leben hier günstiger ist als im angelsächsischen Raum. Deswegen hat Deutschland mit 300 000 ausländischen Studenten inzwischen Kanada als zweitbeliebtesten Studienort abgelöst. Nur für Platz eins wird es nicht so schnell reichen. Schuld daran ist die Sprache, denn Deutsch zu lernen ist schwer. Und Englisch ist weltweit sowieso Standard.

          Was wäre aber, wenn man gar kein Deutsch mehr lernen müsste, um den Vorlesungen zu folgen? Tatsächlich wird seit drei Jahren eine Software erprobt, die Vorlesungen in Echtzeit übersetzt. An einem solchen Programm forscht ein Team um Alexander Waibel am Karlsruher Institut für Technologie seit rund zwei Jahrzehnten. Den „Lecture Translator“ erhalten ausländische Studenten bei ihrer Ankunft kostenlos.

          Die Software hat zwei Aufgaben: Zuerst wird die Vorlesung des Professors, die er in ein Mikrofon spricht, von einem Server im Internet erkannt und in einen Text konvertiert („Speech-to-Text“). Dann wird der Text vom Deutschen ins Englische übersetzt („Text-to-Text“). Dieser wird dann auf eine Internetseite zurückgeschickt, über die Studenten ihn via Smartphone, Tablet oder Laptop abrufen können.

          Manche verlieben sich in eine Computerstimme

          Dass die automatische Spracherkennung generell immer besser funktioniert, zeigt sich daran, dass sie bereits in Smartphones verwendet wird. Die Hauptfigur Theodore Twombly verliebt sich in dem Film in „Her“ aus dem Jahr 2013 sogar in die weibliche Stimme des Betriebssystems. Eine Herausforderung ist die technische Umsetzung aber geblieben. Manche Professoren reden schnell, schieben „Ähs“ und „Hmms“ ein, benutzen Fremdwörter oder haben einen Akzent. Weil man beim Sprechen keine Satzzeichen macht, muss die Software selbständig Punkte und Kommata setzen, um das Gesprochene zu strukturieren. Hinweise dafür geben Betonungen oder Satzpausen. Überdies hören sich manche Wörter gleich an, etwa „Leere“ und „Lehre“.

          Der „Lecture Translator“ soll in den unterschiedlichsten Veranstaltungen eingesetzt werden. In technischen oder naturwissenschaftlichen Vorlesungen kommen jedoch gesprochene Formeln hinzu, die in der Verschriftlichung auch als Formeln erscheinen sollten. Nicht „Die Wurzel aus 36 ist 6“, sondern „√36=6“ sollte später im Skript stehen. Auch Fachtermini wie „Fourier-Koeffizienten“ machen Schwierigkeiten bei der Erfassung des Gesprochenen.

          Wenn Weltwissen zum Problem wird

          Auch beim zweiten Schritt, den sogenannten „maschinellen Übersetzungen“, wurden inzwischen Fortschritte gemacht. Die App „Google Translate“ hat früher aberwitzige Sätze ausgespuckt, doch durch ständige Aktualisierungen wurde die Anwendung immer besser. „Ein Problem in geisteswissenschaftlichen Vorlesungen könnte aber durch das sogenannte Weltwissen entstehen, das beim Reden mitschwingt“, sagt Norma Keßler, Vizepräsidentin des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer. So kann das Wort „Gericht“ entweder im kulinarischen oder im juristischen Kontext gebraucht werden. „Maschinen können diese Bezüge, die nicht explizit genannt werden, nicht herstellen.“

          Es gibt unterschiedliche Ansätze, solche Probleme zu vermeiden. Eine Übersetzung ist dann schwierig, wenn sie zum einen terminologisch komplex ist und Wörter oder Sätze mehrdeutig sind, sagt Keßler. Alle Sprachen besitzen syntaktische Tiefenstrukturen, einfache Übersetzungsprogramme orientieren sich aber nur an Oberflächenstrukturen und übertragen Wort für Wort.

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