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Archäologie : Steinzeitliche Brotbäcker

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Im Nahen Osten gab es wohl vor 12.500 Jahren auch täglich Brot. Bild: dpa

Leckeres Brot ist im Nahen Osten schon länger zubereitet worden, als man bislang vermutete. Das belegen Aussparungen in Felsen, die zur Verarbeitung von Getreide dienten und deren Alter man auf über 12.500 Jahre schätzt.

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          Im Nahen Osten gab es täglich Brot, womöglich schon vor rund 12.500 Jahren, zu essen, also etwa 2000 Jahre bevor dort professionell Landwirtschaft betrieben wurde. Ehe sich mancherorts Experten für Ackerbau entwickelt hatten, wurde in dieser Region bereits eifrig geerntet, ohne zu säen.

          Das haben israelische und amerikanische Archäologen herausgefunden, als sie mit steinzeitlichen Gerätschaften die Probe aufs Exempel machten. Dass im Nahen Osten Körner von wild wachsendem Getreide schon vor etwa 15.000 Jahren auf dem Speiseplan standen, belegen Sicheln und Dreschplätze, die bei archäologischen Ausgrabungen zutage kamen.

          In diesen seltsamen Aushölungen wurde bereits vor 12.500 Jahren im Nahen Osten Brot gebacken.
          In diesen seltsamen Aushölungen wurde bereits vor 12.500 Jahren im Nahen Osten Brot gebacken. : Bild: David Eitam PlosOne

          Wozu dienten aber die seltsamen Löcher in Felsen, von Menschenhand angefertigt und auf ein Alter von rund 12.500 Jahren geschätzt? Das fragten sich die Forscher um David Eitam gemeinsam mit Ofer Bar-Yosef von der Harvard University in Cambridge (Massachusetts). Von diesen konisch geformten Aushöhlungen - etwa einen halben Meter tief, aber selbst an der Öffnung nur halb so breit - gibt es zwischen dem Libanon, Jordanien und Israel mehr als zwei Dutzend Fundstellen. Mitunter nachweislich nahe bei steinzeitlichen Siedlungen gelegen, eigneten sich solche Löcher offenbar vorzüglich, um Getreide zu verarbeiten.

          Das zeigten die Forscher um Eitam, nachdem sie die Wildform der Gerste (Hordeum spontaneum) stilecht mit Sicheln aus Feuerstein geerntet hatten. Sie nutzten ein gut erhaltenes Exemplar der steinernen Löcher als Mörser, um die Körner mit einem hölzernen Stößel zunächst von den Spelzen zu befreien und dann zu Mehl zu zerstampfen. Auch ohne Triebmittel wie Hefe oder Sauerteig ließ sich aus diesem Gerstenmehl eine Art Fladenbrot backen, berichten die Forscher in der Online-Zeitschrift „PlosOne“. Ehe es auch Butter aufs Brot geben konnte, galt es freilich, Auerochsen zu zähmen und zu melken.

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