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Anthropologie : Erste Lagerfeuer loderten schon vor 790.000 Jahren

  • Aktualisiert am

Wann lernte der Mensch, das Feuer zu beherrschen? Bild: AP

Das erste von Menschenhand entfachte Feuer flammte offenbar deutlich früher auf als man bisher dachte. Verkohlte Samenkörner, die darauf hinweisen, könnten auch den Vorstoß in die kälteren Klimazonen Europas erklären.

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          Das erste Lagerfeuer der Steinzeitmenschen loderte vermutlich schon vor 790.000 Jahren. Das sind mehr als 500.000 Jahre früher als bisher angenommen. Darauf weisen verkohlte Samenkörner, Holzreste und Feuersteine neben noch unbenutztem Holz und Feuerstein im Norden Israels hin.

          Die Funde am Ausgrabungsort Gesher Benot Ya'aqov präsentiert das US-Fachjournal „Science“ (Bd. 304, S. 725) vom Freitag. Sie könnten erklären, warum etwa zur gleichen Zeit der Vorstoß in die kälteren Klimazonen Europas einsetzte.

          Natürliches Feuer nicht ganz ausgeschlossen

          Die Autoren des Berichts räumen ein, daß sie ein natürliches Feuer statteines von Menschen kontrollierten Feuers in Gesher Benot Ya'aqov nicht völlig ausschließen können. Aber die Verteilung des verkohlten und noch unbenutzten Holzes und die Rückstände, die auf prähistorische Feuerstellen schließen lassen, legten ihren Schluß sehr nahe. Zudem seien Holz und andere Reste von drei Nahrungspflanzen an der Fundstelle angezündet worden: Olive, wilder Wein und wilde Gerste.

          Bisher hatten einige alte Fundstätten in Europa sowie eine Höhle in China als Beweis gegolten, dass Menschen schon vor etwa 250.000 bis 300.000 Jahren mit Feuer umzugehen verstanden. Obwohl nicht völlig unumstritten, wird die jüngste Entdeckung in Israel in Expertenkreisen überwiegend akzeptiert. „Ich finde, dies ist der beste Nachweis, den es bisher für die Benutzung von Feuer in der Zeit von vor 250.000 Jahren gab“, lobt Richard Klein von der Stanford Universität in Kalifornien.

          Voraussetzung für die Eroberung Europas

          Das Team um Naama Goren-Inbar von der Hebräischen Universität in Jerusalem untersuchte insgesamt 23.454 Samen und Überreste von Früchten sowie 50.582 Stückchen Holz an der Fundstätte. Nur zwei Prozent der Holz- und Feuersteinrückstände und ein ähnlich kleiner Anteil der Samen und Fruchtreste war verkohlt, heißt es in „Science“. Das schließe ein natürliches Feuer aus, das etwa durch einen Blitz hervorgerufen worden sein könnte.

          Den Autoren der „Science“-Studie zufolge kommen der Homo erectus, der Homo ergaster oder auch ein ganz früher Homo sapiens als Feuermacher in Frage. Die Fähigkeit, mit Feuer umzugehen, gilt als entscheidender Schritt in der Entwicklung des Menschen, der drastische Verhaltensänderungen nach sich zog, in der Ernährung, im Umgang miteinander und der Verteidigung. Vor allem aber könnte sie die„Eroberung“ Europas ausgelöst haben. Gesher Benot Ya'aqov liegt in einer Region, von wo aus die frühen Menschen nach Europa aufbrachen.

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