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Altersforschung : Genvarianten bei Methusalems

  • -Aktualisiert am

Kein Waschmittel, sondern eine Genomsequenz mit Varianten, die ein für die Steuerung von Stoffwechselprozessen zuständiges Protein codiert. Bild: IMB

Genvarianten sind von Bedeutung für den Alterungsprozess. Deutsche Wissenschaftler haben nun mit Genomanalysen von über Hundertjährigen bestätigt, dass die Erbanlage für ein bestimmtes, Stoffwechselvorgänge steuerndes Protein dabei eine Rolle spielt.

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          Die Möglichkeit, extrem alt zu werden, wird von mehreren Erbanlagen begünstigt. Eines der Gene, das den bislang stärksten Effekt auf das Altwerden ausübt, haben unlängst amerikanische Forscher bei japanischstämmigen Amerikanern auf der Insel Oahu (Hawaii) aufgespürt. Wissenschaftler der Universität Kiel haben die Bedeutung dieses Gens nun auch für Deutsche bestätigt.

          Die Forscher hatten Genomanalysen bei einer viel größeren Gruppe von über Hundertjährigen vorgenommen. Die als Foxo3A bezeichnete Erbanlage liefert ein Protein, das die Aktivität von Genen für zentrale Stoffwechselvorgänge steuert. Die amerikanischen Forscher hatten drei verschiedene Variationen in diesem Gen ausgemacht, die jeweils mit einem sehr hohen Lebensalter einhergingen.

          Genpolymorphismen im Vergleich

          Die Kieler Gruppe um Stefan Schreiber und Almut Nebel hat bei Personen, die zwischen 95 und 110 Jahre alt waren, insgesamt sechzehn Variationen im Foxo3A-Gen identifiziert. Diese Genpolymorphismen begünstigen ein sehr hohes Alter sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Die Assoziation ist bei den über Hundertjährigen stärker als bei den über Neunzigjährigen.

          Einige dieser Polymorphismen fanden sie in Kooperation mit französischen Genomforschern auch bei einer kleinen Gruppe französischer über Hundertjähriger. Es gab jedoch keine Überlappung zwischen den europäischen Genvarianten für Langlebigkeit und den japanischen, berichten die Forscher in den "Proceedings" der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (www.pnas.org/cgi/doi/ 10.1073/pnas.0809594106).

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