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Evolution des Hundes : Es geht auch ohne Fleisch

  • -Aktualisiert am

Du bist was du isst: Hunde sind nicht zwangsläufig Fleischesser Bild: Picture Alliance

Der Hund frisst seit jeher, was sein Herrchen ihm zugesteht. Das zeigen neuntausend Jahre alte Knochenfunde aus Sibirien. Er schreckt auch vor ungewöhnlicher fleischloser Nahrung nicht zurück.

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          Ob Dackel oder Dogge, die meisten Hunde leben hierzulande von abgepacktem Futter, in vielen Varianten speziell für sie produziert. Nach Angaben des Industrieverbands Heimtierbedarf wuchs der Umsatz mit Hundefutter im Jahr 2021 allein im stationären Handel um sieben Prozent auf 1,677 Milliarden Euro. Besonders erfolgreich war der Bereich „Snacks“ mit einem Plus von zwölf Prozent. Aber so luxuriös haben es die wenigsten der geschätzt 700 Millionen Hunde, die derzeit auf der Erde leben. Die meisten von ihnen können sich nicht auf einen zuverlässig gefüllten Futternapf verlassen, sie haben kein festes Herrchen oder Frauchen. Stattdessen streifen sie auf der Suche nach Essbarem mehr oder minder weit umher. Oft fressen sie das, was unter Menschen als Abfall gilt.

          Dieser hündische Pragmatismus ist zweifellos Folge einer langen Koevolution mit Menschen, die bis in die Altsteinzeit zurückreicht. Die Aussicht auf Futter dürfte von Anfang an eine entscheidende Rolle gespielt haben: Wenn Wölfe ihre Scheu überwanden und sich in die Nähe steinzeitlicher Jäger wagten, hatten sie es vermutlich auf abgenagte Knochen und andere Überreste reicher Jagdbeute abgesehen. Bis aus domestizierten Wölfen schließlich Hunde wurden, die Haus und Hof bewachten, war es dann noch ein weiter Weg. In der Gesellschaft von Ackerbauern erwies sich zum Beispiel ein Gen für Amylase als besonders vorteilhaft. Denn das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Enzym kann Stärke in einzelne Zucker aufspalten. Hunde, die durch eine Mutation zusätzliche Kopien dieses Gens besaßen, profitierten davon, Brei oder Brot aus Getreide besser verdauen zu können.

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