Schocktherapie für Warschau? Vor dem 19. Klimagipfel ist die Studie des Global Carbon Project erschienen. Im Kohleland Polen hat das keinen großen Eindruck hinterlassen. Wohin geht die Reise? Die Treibhausgasemissionen haben 2012 einen Rekordwert erreicht und sind auch 2013 wieder auf Rekordkurs. Kurs ist das ungünstige Szenario des Weltklimarates IPCC: RCP8,5. Das bedeutet: Der Primärenergieverbrauch wird von RCP8.5 dreimal so hoch wie heute angenommen, von den anderen Szenarien doppelt so hoch. Unterschiede bestehen auch im Energiemix, z.B. mit einem sehr geringen Öl-Anteil bei RCP2.6 und einem sehr hohen Anteil von fast 50 Prozent von Kohle bei RCP8.5. Die Kohlendioxid-Emissionen werden nach RCP8.5 von fast 10 Gt Kohlenstofff pro Jahr in der Gegenwart auf fast 30 GtC/Jahr am Ende des Jahrhunderts. Wo ist die Grenze? Die Reden des Nasa-Forschers James Hansen, einem der frühen Warner vor einem globalen Klimawandel, sind vor jedem Großereignis ein beliebtestes Medium, um die Klimaschützer auf ihre Mission einzuschwören. Die unmissverständliche Warnfarben-Graphik stammt aus einem Vortrag (hier ein Clip), die Hansen vor dem niederschmetternden Klimagipfel von Kopenhagen gehalten hatte. Die (schräge) Musik des Klimawandels: Daniel Crawford von der University of Minnesota hat die Fieberkurve des Planeten in Töne verpackt. Seine Tonleiter („A Song of a warming world“) der globalen Erwärmung basieren auf Daten des Nasa Goddard Institute of Space Studies. Jeder Halbton entspricht einer Erwärmung von ungefähr 0,03 Grad. Tweet von Universität Hamburg @unihh 57m: „Sommerliche Eisschmelze in der Arktis weniger dramatisch als 2012. Trotzdem keine Trendwende.“ Die Grafik von Meereisportal.de macht die langfristige Entwicklung in der Nordpolarregion deutlich. Was auf der Grafik nicht zu sehen ist, weil es sich unabhängig davon am Südpol abspielt: 2013 gab es um die Antarktis so viel Meereis wie seit 30 Jahren nicht mehr. Die Graphik, die Skeptikerherzen höher schlagen ließ: Ein Vergleich von Klimamodell-Simulationen mit den Beobachtungsdaten der globalen Erwärmung (schwarze Linie) für einen ausgewählten, kurzen Zeitraum. Vor der Veröffentlichung des jüngsten IPCC-Berichts sorgte die britische Zeitung „Daily Mail“ für Furore. Kaum ein Klimaartikel wurde so oft geteilt im Internet wie dieser. Ihre (am Ende unhaltbare) Schlagzeile dazu: „Die weltweit führenden Klimaforscher geben zu: Die globale Erwärmung ist nur ein Viertel so groß wie gedacht - und die Computer simulieren die Wirkungen der Treibhausgase falsch.“.